rollendes Boot

der Mehltau fliegt vorbei

das tote Pfauenauge

trägt einen silbernen Pfeil

wer zimmert dies Boot

ein Boot für zwei

auf zweihundert Rädern

(Helga M. Novak, wo ich jetzt bin, S.140, 2005)

|::| das sieb |::| kürzeste lyrik novitäten

wie es geht

1. danke gut (a0)

2. du machst dir kein bild (c+)

3. was geht dich das an (c-)

4. gestern gings noch (b+)

5. muss (b-)

6. und selbst (c+)

7. den umständen entsprechend (b0)

8. reden wir nicht darüber (c0)

9. …

—————

a feedback / no feedback

b no feedback

c feedback

deutsche welle über litblogs.net

Novo portal para weblogs literários

O site brasileiro wunderblogs.com serviu de inspiração para o mais novo portal de blogs literários da Alemanha: litblogs.net. Os iniciadores do projeto foram Hartmut Abendschein e Markus a. Hediger. A idéia era criar uma plataforma para representar, através de weblogs e RSS-Feeds, autores com criação literária independente.

Ao contrário do modelo brasileiro, o portal alemão só inclui participantes autônomos que tenham seu próprio site. A página inicial do litblogs é, portanto, uma espécie de índice de revista em tempo real, com os respectivos links. O objetivo é abrir o portal para o maior número possível de autores, mas – a fim de garantir um padrão estético mínimo – a aceitação de participantes é decidida em equipe.

link: deutsche welle (dw-world/br) über www.litblogs.net

ZNS

Er hatte diese sehr hohe Nummer auf dem Rücken seines Hemdes. Das würde auffallen, das würde nicht gut gehen. Die anderen Neunzehn, so sah es aus, sassen an diesen Tischen und Bänken inmitten des Feldes auf verkotzter und verpisster Erde, einem braungrünen, einem gelben Ackerstück, und soffen Bier bis sie spien, dann soffen sie weiter, denn so hatte man sie geheissen und es hatte dazu nicht viel Überzeugungsarbeit gebraucht.

Das Tor schloss sich hinter ihm und er sah das Gelage der Wahnsinnigen auf dem Acker, sah gleichzeitig die Mauern, die ihn und sie umgaben, die vielen Kameras und Mikrophone in den Ecken und oben auf den Mauerabsätzen, sah den grauen, konzentrierten Himmel, der zu platzen drohte. Fühlte die Schwüle und die Augen hinter den Linsen der Kameras, die ihn, die alles beobachteten.

Die saufenden Tische wurden immer lauter. Ein paar derbe Kerle prügelten sich darum, wer der Wertvollere sei – sie hatten einstellige Zahlen, Zweien, auch Dreien auf ihrem Rücken. Das hiess: so und so viele hatte jeder auf dem Gewissen.

Ihre irren Blicke, ihr Lachen. Sie wurden auf ihn aufmerksam, neugierig, verlangten, dass er sich an einen ihrer Tische setzte und mit ihnen tränke. Er solle saufen, ob er denn nicht verstünde! Er würde ihnen nicht erzählen, dass er Arzt sei. Mengele bekam zum ersten Mal Angst.