titel 2005

quartal 4/05

Jirgl, Reinhard: Abtrünnig. Roman aus der nervösen Zeit (Hanser, Carl) ISBN 3-446-20658-2

Mann, Thomas: Der Zauberberg. 10 Audio-CDs. (DHV – Der Hörverlag) ISBN 3-89940-258-8

Werner, Markus: Festland. Hörspiel in zwei Teilen nach dem gleichnamigen Roman. (Merian, Christoph) ISBN 3-85616-247-X

Flor, Olga: Die rechte Braut. Erzählung. In: Volltext, Zeitung für Literatur. Ausgabe 6/2005

Kuhligk, Björn: Grosses Kino. Gedichte. (Berlin Verlag) ISBN 3-8270-0584-1

Könnecke, Ole: Fred und die Bücherkiste. (Carlsen) ISBN 3-551-51578-6

Roes, Michael: Nah Inverness. Roman. (Parthas) ISBN 3-936324-16-6

Bánk, Zsuzsa: Der Schwimmer. Autorisierte Lesefassung. (DHV – Der Hörverlag), ISBN 3-89940-120-4

Simon, Christoph: Planet Obrist. (Bilger, R), 2005, ISBN 3-908010-75-6

Hart, Maarten ‘t: Das Wüten der ganzen Welt. Hörspiel. Produktion: Radio Bremen / Bayerischer Rundfunk 1998. (DHV – Der Hörverlag) ISBN 3-89940-557-9

quartal 3/05

Moresco, Antonio: Aufbrüche. ISBN 3-250-60071-7, Ammann Verlag, 2005

Manuskripte. Zeitschrift für Literatur. Heft Nr. 168/2005: Literatur aus der Schweiz.

Stauffer, Michael: Gartenproletarier. Audio-CD. ISBN 3-905591-35-9, Engeler, U, 2001

Einzinger, Erwin: Aus der Geschichte der Unterhaltungsmusik. ISBN 3-7017-1404-5, Residenz, 2005

Flor, Olga: Talschluss, ISBN 3-552-05332-8, Zsolnay, Paul, 2005

Köhlmeier, Paula: Maramba. ISBN 3-552-05333-6, Zsolnay, Paul, 2005

Weber, Anne: Gold im Mund. ISBN 3-518-41713-4, Suhrkamp, 2005

Schrott, Raoul: Die Wüste Lop Nor. Audio-CD ISBN 3-89584-840-9, DHV – Der Hörverlag

Brinkmann, Rolf D: Wörter Sex Schnitt. Originaltonaufnahmen 1973 – 5 CDs, ISBN 3-934847-47-1, JEWELCASE

Canetti, Elias: Masse und Macht, EA 1960, ISBN 3-596-26544-4, Fischer, S

Hürlimann, Thomas: Fräulein Stark, 5 Audio-CDs. Gelesen vom Autor.  Ammann Hörbuch, Schweizer Radio DRS2, ISBN 3-250-11101-5, Ammann, 2002

Uebel, Tina: Horror Vacui. ISBN 3-462-03459-6, Kiepenheuer & Witsch, 2005

Gernhardt, Robert: Wörtersee. Gedichte. ISBN 3-596-50673-5, Fischer (TB.), Frankfurt, 2003

quartal 2/05

Bonstetten, Karl V von / Stael-Holstein, Anne L de / Brun, Friederike:

Zeitgebirge. Zwei Briefgespräche 1811-1813. ISBN 3-89244-890-6, Wallstein, 2005

Heimann, Alexander. – Muttertag; [Sprecherin: Dagmar Heller“>. – Beltershausen : Verlag und Studio für Hörbuchproduktionen, 2002

Herbst, Alban N: Buenos Aires. Anderswelt. Kybernetischer Roman, 2001, ISBN 3-8270-0428-4, (Berlin Verlag)

Canetti, Elias: Die Blendung. Hörspiel, ISBN 3-89940-070-4 – DHV – Der Hörverlag

Röggla, Kathrin: Irres Wetter. Autorenlesung, ISBN 3-933199-19-0 – Audiobuch

Tabori, George: Mein Kampf. Audio-CD, ISBN 3-8031-4068-4 – Wagenbach, K

Gschwend, Hanspeter. – Rhythmusstörung. Hörspiel. Regie: Franziskus Abgottspon. – Zürich : Schweizer Radio DRS, 1999

Borges, Jorge L: Das Aleph. Erzählungen 1949-1952. ISBN 3-596-10582-X, Fischer, S

Grass, Günter: Mein Jahrhundert. Audio-CD. Instrumentalsolist: Sommer, Günter. Sprecher: Grass, Günter. Steidl Göttingen. 3-86521-502-5

Lentz, Michael: Liebeserklärung. Autorisierte Lesefassung. Audio-CD, ISBN 3-89940-251-0, DHV – Der Hörverlag

Revaz, Noëlle: Von wegen den Tieren. 2004, ISBN 3-905591-81-2, Engeler, U

Märthesheimer, Peter: Krupp oder Die Erfindung des bürgerlichen Zeitalters. Hörspiel. 2004, ISBN 3-89813-358-3, Der Audio Verlag

Gogol, Nikolai: Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen, Monolog Schauspielhaus Zürich / Theater Basel mit Ueli Jäggi. Sprechtheater. Audio-CD, ISBN 3-907877-04-7

quartal 1/05

Jaccottet, Philippe: Der Pilger und seine Schale. Giorgio Morandi. 2005, ISBN 3-446-20579-9, Hanser, Carl

Herbst, Alban Nikolai: Die Niedertracht der Musik. Dreizehn Erzählungen. 2005, ISBN 3-938476-00-1, Tisch 7 Verlagsgesellschaft

Houellebecq, Michel: Gegen die Welt, gegen das Leben. (Über H. P. Lovecraft). 2002, 3-8321-5531-7, DuMont

Proust, Marcel: Combray. Auf der Suche nach der verlorenen Zeit. Hörspiel. 2003, 3-89940-185-9, DHV, Der Hörverlag

Klemperer, Victor: LTI.  Notizbuch eines Philologen, 1975, ISBN 3-379-00125-2, Reclam, Leipzig

Murray, Les: Fredy Neptune. Dtsch.-Engl.. Aus d. austral. Engl. v. Thomas Eichhorn Originaltitel: How Fred and I Wrote Fredy Neptune, 2004, ISBN 3-250-10475-2, Ammann

Dante Alighieri: Die göttliche Komödie. Hörspiel von 1957. 316 Min.. Hörspielbearb. v. Eckhardt Peterich. Regie: Otto Kurth, 2001 , ISBN 3-89584-895-6, DHV Der HörVerlag

Szerb, Antal: Reise im Mondlicht, 5 Audio-CDs. Gekürzte Lesung. 398 Min.. Sprecher: Heikko Deutschmann. 2004. ISBN 3-89903-160-1 – Hörbuch Hamburg

Claudel, Philippe: Die grauen Seelen. 2004. ISBN 3-498-00930-3 – Rowohlt, Reinbek

Bachmann, Ingeborg; Henze, Hans W.: Briefe einer Freundschaft.  Hrsg. v. Hans Höller. 2004. ISBN 3-492-04608-8 – Piper

Bringsvaerd, Tor A.: Die wilden Götter, 2 Audio-CDs. Sagenhaftes aus dem hohen Norden. Gelesen v. Gunter Schoß. Die Andere Bibliothek im Ohr. 2002. ISBN 3-8218-5162-7 – Eichborn

50

Im Nachhinein die Aufregung über etwas, das sie den debilen Wasserfall der Altersrede nannte. Um, sie möchte dieses Beispiel bringen, zu leben, esse man, sagen sie laufend, und: man lebe nicht, um zu essen, ergänzen sie. Aber sie sprächen unaufhörlich darüber, vor dem Essen, während des Essens und danach darüber, wie es war und was morgen gegessen werde. Bis man sich wieder dem Wetter zuwende. Der Altersstarrsinn. Die zur Routine gewordene Heuchelei. Die Doppelmoral, die schon nicht mehr bewusste, weil das lange Zurechtgelegte endlich seinen Platz gefunden hat.

Sie will sich noch einmal zusammenfassen: das Altersheim sei der Ort, an dem die einfachsten Bedürfnisse zu grossen Dingen werden, obwohl längst gedeckt und das in alle Ewigkeit. Sie wollen es klein, sage ich. Sie sollen es klein bekommen, ergänze ich. Sie seufzt. Eine hätte sich beschwert, warum es denn keine weitere Vorspeise gäbe. Ein anderer hätte sehr unfreundlich einen unbestellten Kaffee angemahnt. 

zur zoologia fantastica

kentaurenfischen inzwischen

die tintenaffen

rücksichtsloser sätze

nur den mondhasen sichten

nur einmal schattenfressen

diesen himmlischen hirsch

neben kettensau und

anderer argentinischer fauna

gedeihen

dionysischen treibens in

der dichterbibliothek

an sich

diagonal zu leben

phantasieren ist immer auch

dokumentarisch verfahren

ein akribisch genaues

ein präzisieren nackter

formen unsteter tiere

überschreibungen 2

(unter titeln)

aber auch () das inhaltsverzeichnis: wieder untätige überlegungen noch vor der relektüre eines ersten satzes. (des ersten kapitels … standortdiskussionen: vielleicht ist es aber schon der erste. vielleicht (ganz sicher) ist es sogar der zweite). vielleicht ist das verzeichnis, eine vorgebliche chronologie und summe der titel und v.a. untertitel der texte selbst ein satz, wennnichtgar als erzählung zu betrachten. 

ich habe versucht ihr das einmal zu erklären: dass man vielleicht dieses verzeichnis oder diese liste nur ansähe, und man bekäme vielleicht eine ahnung davon, was folgte. sie zweifelte daran, sagte, es schreckte sie sogar ein bisschen ab, – das wort fiel: „beliebigkeit“ – was vielleicht auch am damaligen zustand des gewebes lag. ich werde sie das wieder fragen, wenn es noch beliebiger ist.

… vielleicht ist “stimmung” hier auch der richtigere begriff. (natürlich soll ein inhaltsverzeichnis neugierig machen und nicht abschrecken. jedes ungeschriebene gesetz gilt wohl und v.a. auch für sogenannte romane). und: was für einen nutzen es denn noch hätte, wenn es denn nicht nur den inhalt anzeigen oder strukturieren sollte? es liesse sich hier doch allerhöchstens eine art nichtzusammenhängendes ablesen. (das sei doch auch schon etwas). 10 kapitel, monatsnamen und 101 unterkapitel mit jeweiligem untertitel. manchmal orte und handlungen. kaum personal. zeiten. schichten. schübe. die untertitel also die namen der schreibschübe? und nur dem geschobenen eine hilfe, eine stütze, disparates material wiederzuerkennen? etwas später – ich versuche mich probeweise zu erinnern, so weit entfernt ist bspw. kapitel I,3 – rufen mir die untertitel immer noch nichts zu erinnerndes. (sie, hartnäckig): worum es denn in ihnen gehe? (wäre eine probefrage. fragt sie vielleicht. ich: sie bezeichnen wohl, worum es ihnen gehe). ich antworte in der art: es habe etwas mit der summe der untertitel zu tun. und dem abklopfen eines bedeutungsfeldes oder -hofes, das eigentlich nicht genannt werden möchte, zu tun. (etwas, das anonym bleiben möchte). (die untertitel bleiben vorerst. da kann sie sich auf den kopf stellen. die nebengeräusche, die düfte und geschmäcker der monate, der haupttitel). vielleicht noch etwas kryptischer, noch diverser anlegen!, noch abständiger, auch um die ortlosigkeit ihres materials zu betonen. und die lose zeit.

sie, irgendwie tröstend: es sähe aber bestimmt gut aus, wenn sie auch noch den haupttext begleiteten. in der kopfzeile vielleicht. auf der rechten oder linken seite, oben. ich:

mir gefällt das wort “kopfzeile”. und hier auch die “begleitung”.

(zu dranmor 0,0; übersicht überschreibungen)

49

Es sei aber auch wieder meine Entscheidung gewesen, den Urlaub in diesem Bergdorf zu verbringen. Und sie hätte sich darum etwas mehr Entgegenkommen gewünscht. Nun seien wir wieder nicht mehr alleine und wieder sei alles verschneit und unerwartete Gäste sässen wieder tagein und tagaus an unserm Tisch und söffen und ässen uns die Vorräte weg und stritten sich. Der Vater wieder mit dem Dichter. Der Dichter wieder mit dem Richter. Der Richter wieder mit dem Psychologen. Der Psychologe wieder mit dem Pfarrer. Und der Pfarrer wieder mit dem Zahnarzt.

Und sie zweifle an meiner Urteilsfähigkeit, nach den Erfahrungen der letzten Jahre. Und sie könne sich darauf keinen Reim machen und glaube nun, endlich verstehen zu müssen, warum ich den Zahnarzt hereingelassen hatte, wo ich doch die besten Zähne besässe, in der Familie. Darum frage sie nun.