Sommer

War draußen

Lag im Gras

Sah weiten Himmel

Über mir

Und leichte Wolken ziehn

Ganz nah die Blumen

Sommerwind

Geht drüber hin

Und überm roten Klee

Schwankt gelb der Hahnenfuß

Und weiß wiegt sich

Die hohe Magerite

Heut meine Königin

(Horst Peisker, Dillingers Blau, S.47, 2006)

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kurze unterbrechung

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fällt ein sack reis um

ich liebe immer mit einem

eimer kalten wassers in

der rechten hand

die linke halte ich

frei für gott und

seinen alten vater

seine mutter schwester und

den rest des geschwätzigen klans

heut ist fastenzeit

grabt mir ein loch und

pflanzt darin was durch

enge maschen sich den

weg zur erde nahm

draus wollen und werden

draus wachsen

die öden gesichter united

forever

Wo ich bin, ist nichts

Überhaupt: Zu schreiben “Bern ist überall”, nein, gleich eine Autorengruppe so zu nennen, ist dann doch des Guten viel und klingt in diesem Fall fast etwas bedrohlich. Das ist, wie wenn der Kölner sagte: Wo mir sin is Kölle, oder: “Kölle is överall”. (Und dergl.). Dahinter steckt, man bekommt diesen Geschmack nicht los, doch ein etwas gar schunkeliger Heimatbegriff. Wie bescheiden dagegen der Spruch meines seligen Vaters: Wo ich bin, ist nichts, und überall kann ich nicht sein.

all tomorrow’s parties

auch im fingerkuppenspiel ist das kasperle

chef des ladens und ganz mitte der matrix

(fünf mal fünf kästchen) neben fischer und

frau gibt es guten rat gratis über die schulter

nicht hier du musst im drüben fischen

ist das lustige neutrum

ein güldnes glöckchen

ein zipfel roter mütze

so vorne so tafel

utopiekurse gebend

nur der wolf die grossmutter und sieben

geisslein im bauch fast sein freund

zeigt den powerpoint kratzt sich am ende

ein wenig verlegen ein schon fertiges skript

aus dem fell doch das gibt es erst morgen

langsam und laut im märchenonkelton zu lesen