titel 2007

quartal 4/07

Auster, Paul: Reisen im Skriptorium [(4 Bde/Tle)] (Argon) ISBN: 978-3-86610-310-8 in KlaPBdeckelbox, mit 1 vierseitigem Booklet

Brinkmanns Zorn [Filmmaterial] / ein Film von Harald Bergmann ; mit Originalmaterial aus dem medialen Nachlass von Rolf Dieter Brinkmann. – [Berlin] : Neue Visionen, [2007]

Weiss, Peter: Die Ästhetik des Widerstands. Hörspiel. (DHV – Der Hörverlag) ISBN: 978-3-86717-014-7

Stanisic, Sasa: Wie der Soldat das Grammofon repariert. Hörspiel. (Random House Audio) ISBN: 978-3-86604-275-9

Hamann, René: Schaum für immer (Tisch 7 Verlagsgesellschaft) ISBN: 978-3-938476-14-7

Elsner, Gisela: Heilig Blut (Verbrecher) ISBN: 978-3-935843-82-9 (miserabler Satz, allerdings)

Izzo, Jean C: Aldebaran. Hörbuch ISBN: 978-3-8337-1059-9

Grosz, Andreas: Fahnenflucht mit der Lokalbahn. Prosa. (Maritz & Gross ed. pudelundpinscher) ISBN: 978-3-9523273-0-2

quartal 3/07

Benjamin, Walter. – Erzählen : Schriften zur Theorie der Narration und zur literarischen Prosa; ausgew. und mit einem Nachwort von Alexander Honold. – Frankfurt am Main : Suhrkamp, 2007

Kluge, Alexander: Die Lücke, die der Teufel lässt. Im Umfeld des neuen Jahrhunderts. 2003 (Suhrkamp) ISBN: 978-3-518-41488-0

Foucault, Michel: Ästhetik der Existenz. Schriften zur Lebenskunst. 2007 (Suhrkamp) ISBN: 978-3-518-29414-7

Berlin oder so. Kleine Großstadtgeschichten. (Thomsn-Verlag) ISBN: 978-3-9810630-0-4 (hervorzuheben: parka lewis, vigilien.)

Dath, Dietmar: Dirac. Roman. (Suhrkamp) 2006 ISBN: 978-3-518-41863-5

Popp, Steffen: Ohrenberg oder der Weg dorthin. Roman. (kookbooks), 2006 ISBN: 978-3-937445-17-5

Sterne, Laurence: Leben und Ansichten von Tristram Shandy Gentleman [(22 Bde/Tle)] Erz. v. Rowohlt, Harry. Übers. v. Walter, Michael (Kein & Aber) ISBN: 978-3-0369-1174-8

Inoue, Yasushi: Der Fälscher. Erzählungen (Insel Verlag) ISBN: 978-3-458-16941-3

Koeppen, Wolfgang: Jugend. Relaunch. Lesung [(4 Bde/Tle)] (DHV – Der Hörverlag) ISBN: 978-3-89940-919-2

Bonné, Mirko: Der eiskalte Himmel (Schöffling) ISBN: 978-3-89561-401-9

quartal 2/07

Breidenstein, Ariane. – Und nichts an mir ist freundlich / Ariane Breidenstein. – Frankfurt am Main : Suhrkamp, 2007

Handke, Peter. – Gestern unterwegs [Ton] : Aufzeichnungen November 1987 bis Juli 1990 mit Peter Handke : gekürzte Autorenlesung / Peter Handke. – Hamburg : Hoffmann und Campe, 2006

Žadan, Serhij Viktorovyč. – Depeche Mode / Serhij Zhadan ; aus dem Ukrainischen von Juri Durkot und Sabine Stöhr. – Frankfurt am Main : Suhrkamp, 2007, ISBN: 978-3-518-12494-9

Hotschnig, Alois. – Die Kinder beruhigte das nicht : Erzählungen / Alois Hotschnig. – Köln : Kiepenheuer & Witsch, 2006, ISBN: 3-462-03685-8

Kracht, Christian. – Metan / Christian Kracht, Ingo Niermann. – Berlin : Rogner & Bernhard, 2007, ISBN: 978-3-8077-1027-3

Stein, Benjamin. – Das Alphabet des Juda Liva : Roman / Benjamin Stein. – Zürich : Ammann Verlag, cop. 1995, ISBN: 3-250-10272-5

Kapuściński, Ryszard: Kapuścińskis Welt. Stationen eines Weitgereisten; gelesen von Hanns Zischler. – Frankfurt : Eichborn Lido, 2007

Maier, Andreas: Kirillow. Roman (Suhrkamp), 2005 ISBN: 978-3-518-41691-4

Wolf, Christa: Kein Ort. Nirgends. Hörspiel (Der Audio Verlag) ISBN: 978-3-89813-109-4

Klein, Georg: Sünde Güte Blitz (Rowohlt) ISBN: 978-3-498-03532-7

Krausser, Helmut: Kartongeschichte (marebuchverlag) ISBN: 978-3-86648-059-9

quartal 1/07

Arjouni, Jakob: Chez Max [(4 Bde/Tle)] (Diogenes) ISBN: 978-3-257-80060-9

Sapper, Theodor: Kettenreaktion Kontra. Assoziationsgewebe eines Verfolgten aus den Terrorjahren 1938-1944 (Pustet, A, Salzb.) ISBN: 978-3-7025-0519-6

Kupczyk, Nina: Aus der verbotenen Stadt. Lyrik und Prosa (ATHENA-Verlag) ISBN: 978-3-89896-228-5

McSweeney’s: Issue 22. “The unwritten stories of F. Scott Fitzgerald”, “The state of constraint”, “The poetry chains of Dominic Luxford“)

Lütkemeyer, Ilona: Der Sprung ins grüne Licht. Erotische Miniaturen und Haiku (ATHENA-Verlag) ISBN: 978-3-89896-155-4

Fleischer, Michael: Schon irgendwie merkwürdig (ATHENA-Verlag) ISBN: 978-3-932740-08-4

Kinski, Klaus: Jesus Christus Erlöser. Aufzeichnung vom 20. 11. 1971. [(2 Bde/Tle)] (Random House Audio) ISBN: 978-3-86604-341-1

Winkler, Andrea: Arme Närrchen. Selbstgespräche. 2006 (Droschl, M) ISBN: 978-3-85420-706-1

Stauffer, Michael: Normal. Vereinigung für normales Glück. 2007 (Urs Engeler Editor) ISBN: 978-3-938767-14-6

Gerhard Meier: Ob die Granatbäume blühen. Suhrkamp, 2005

The better of McSWEENEY’S: Volume 1 – Issues 1-10. Stories & letters.

Der Rabenkalender für jeden Tag im Jahr 2007. Der tägliche Abreisskalender (ZWEITAUSENDEINS) ISBN: 978-3-86150-530-3

Händler, Ernst W: Die Frau des Schriftstellers. 2006. (Frankfurter V.-A.) ISBN 3-627-00028-5

Found putzfrau within 3 words of bibliothek.

(B34 zu M34)

First 10 results of about 17 from 8 queries. Ich war den ersten Monat in einem Elite-Studentenheim untergebracht (mit PC, eigener Putzfrau, großer Bibliothek) und als ich am ersten Wochenende mit … gebildeten Robbie Turner liebt, den Sohn der Putzfrau. Bei einem Treffen in der Bibliothek kommen sich die beiden so nah, wie nur Liebende es vermoegen. … Da hilft es nichts, dass ihm ein fürsorgliches Trio aus polnischer Putzfrau, Dorfschullehrer und protestantischem Pfarrer seine Bibliothek voller … Putzfrau Else: 13) Harry war in der Bibliothek. 14) Ich war im Bad. 15) Alfred war in der Küche. Koch Alfred: 16) Else war im Bügelzimmer. … Neben den üblichen Sanitäreinrichtungen, die täglich von einer Putzfrau gereinigt werden, steht ein Fernsehraum, eine Bibliothek und ein Arbeitszimmer zur … Auf dem Flur gibts eine Küche und ein Bad, um dass sich einmal die Woche eine Putzfrau kümmert. Die WG bietet des weiteren eine Bibliothek, … Die kleine Briony beobachtet, wie der Sohn der Putzfrau, Robbie, in der Bibliothek über ihre Schwester Cecilia herfällt. Was sie nicht weiß: Die beiden … ach, jetzt versteh ich endlich, warum die putzfrau in der bibliothek den boden unter dem pissoir reinigt, wenn grad da am meisten männer stehend ihr … Sie dagegen verlässt den Raum und begegnet erneut Yuri, der sie noch immer für die Putzfrau hält. June geht erneut in die Bibliothek und schläft dort über … an den Tagen manchmal erst um Mitternacht, und mitunter wurden wir auch schon am nächsten Morgen von der Putzfrau verabschiedet. [bearbeiten] Bibliothek … Google API Proximity Search (GAPS) am 22.11.2007

Interlending

(A06 zu E12b)

Lieber B.

Hast Du Dich gefreut? Oder warst Du eher entsetzt? Überrascht? Du hast nichts zu befürchten. Solche Überfälle entsprechen nicht meiner Art, sind also nicht die Regel. Ausnahmen. Ich war in erster Linie auch vorbeigekommen, weil Du nicht glauben konntest, dass es mich gibt. Dass Du nun siehst: Ich bin so wie Du. Und verfolgt, weswegen man beizeiten gehen soll. Zu lange Aufenthalte, Stellungen, Verhärtungen, Positionen lösen sie aus: die Verfolgungen. Wecken sie: die Verfolger. Vielleicht übertreibe ich auch manchmal ein wenig. Wer sollte mir auch nachstellen wollen? Viel zu unbedeutend, meine Bedeutungslosigkeit. Und alles auch: eine Frage der Stimmungen. Und Du bist auf Unstimmigkeiten gestossen. Auf Ungenauigkeiten zeitlicher Abläufe. Inkontinuitäten. Ich möchte Dir nur eines raten: nimm uns dabei nicht so wichtig. Sieh die Dinge nicht so eng, sie würden Dich nur weiten. Deine Gefässe. Dein gesamtes Gebilde. Geschichte. Der Glaube an eine natürliche Abfolge der Dinge. Wie uninteressant. Halte Dich hierbei auch lieber an Babagge. Und die unendliche Fasslichkeit der Luft. Verstehst Du? Die Speichermenge. Ich habe mir einmal überlegt, wie es wäre, mit dieser Dimension. Sekundenräume. Stunden-, Tag- und Jahresräume. Ein heilloses Durcheinander. Versperrungen. Eifersüchte. Hamsterkäufe. Nein, nein: Es ist schon in Ordnung, diese Zeichen aus ihrer Historie zu lösen. Es ist gerecht. Nur so ist auch Platz für die dazukommenden. Nur so war alles immer schon da. Das ist der Punkt, warum ich immer noch daran glaube. Persönlich daran glaube, dies noch weiter fassen zu müssen. Eine sehr romantische Idee. Nun aber zum praktischen Teil. Ich arbeite in der Fernleihe und habe darum kaum Rückgriff auf die Dinge. Kannst Du mir einen Gefallen tun?

A.

Mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit / A3S1(1)

(D19)

Akt 3, Szene 1

Licht in R1 und R2. Notlicht in R3. In R1 und R2 werden gerade von Technikern Videokameras und Mikrophone neben den Lautsprechern montiert. In R1 wird im folgenden diese Massnahme von Käs, Sachwitz und Flitz diskutiert. Man spricht in gedämpftem Ton.

R1

SACHWITZ: Das kann ja wohl nicht wahr sein. Das ist doch bestimmt gegen alle Vorschriften.

KÄS: Vorschriften? Sind Sie da sicher? Wer hat denn da noch die Übersicht? Alles verteilt. Alles verstreut. Hier ist eine (weisst auf einen Zettel). Und da (weisst auf einen anderen Zettel). In meinem Posteingang: Zehn neue Mitteilungen, allein in den letzten drei Stunden. Ich habe sie noch gar nicht geöffnet.

SACHWITZ: Vergessen wir nicht die (räuspert sich) mündlichen Anweisungen.

FLITZ: Ich gebe zu, die Ankündigung dieser Massnahme ist mir wohl auch entgangen, aber …

SACHWITZ: Ganz zu schweigen von den ständig wechselnden und sich aufhebenden Direktiven im Intranet.

KÄS: Der Server ist gerade down. Wartungsarbeiten, heisst es.

SACHWITZ: Die Aushänge.

FLITZ: Es ist natürlich nicht ganz einfach in so einer Übergangszeit alles und für jeden transparent zu machen. Aber das wichtigste …

SACHWITZ: Das einzige, was hier transparent wird, sind doch wohl wir. Wozu? Wozu sonst soll das gut sein.

FLITZ: Sicherheit! Sie haben ja selbst gesehen, was passieren kann.

SACHWITZ: Kann! Und gesehen habe ich gar nichts. Und?

FLITZ: Ich habe Kinder. Ich will in einem sicheren Umfeld arbeiten. Und nicht nur das. Es dient ja auch einer effizienteren Kommunikation.

KÄS: Das müssen Sie mir mal erklären.

FLITZ: Punktgenau. Man muss ja nicht immer alles an alle. Es wird, wie Sie ja selbst sagen, einfach zu viel.

SACHWITZ: Und eine Raumüberwachung ist da die Lösung?

FLITZ: Eine Lösung. Ein Teil einer Lösungsstrategie. Ich für meinen Teil …

WERBETRAILER: Wir können Ihnen auch in Zukunft sicher weiterhelfen. Fragen Sie uns. Wir sind Ihre Bibliothek.

SACHWITZ: Ach!

KÄS: Ich würde speziell darüber gerne etwas mehr erfahren. (Zu Flitz) Es ist doch auch Ihre Aufgabe …

FLITZ: Naja. Gut. Ich gehe mal nachsehen …

Flitz geht ab nach R2. Im selben Moment geht Fröhlich, die bis eben an einer Mitteilungstafel Papiere ausgetauscht hat, ab nach R3. Flitz bleibt vor der Mitteilungstafel stehen und beginnt diese zu studieren. Fröhlich macht das Licht in R3 an. Man sieht Dr. Weber, über einen neuen Monitor gebeugt und an diesem Einstellungen vornehmend.

WEBER: Ah, ja. da sind Sie ja. Könnten Sie mir vielleicht kurz mal behilflich sein? (Man vernimmt ein Knirschen aus den Monitorboxen)

FRÖHLICH (leicht erschrocken): Gerne, ja. Aber soll ich nicht vielleicht doch noch kurz die Mitteilung an das Personal, wie von Ihnen …

WEBER (ganz in die Technik vertieft):  Aber ja. Machen Sie. Machen Sie nur. (Fröhlich geht ans Mikrophon).

AUTOMATENSTIMME: Durchsage 2025.

FRÖHLICH: Liebe Kolleginnen und Kollegen. Wie Sie vielleicht schon bemerkt haben, wird in Ihren Räumlichkeiten eine kleine Anlage installiert, die in Zukunft einen Beitrag zum neuen Betriebssicherheitskonzept leisten soll. Diese Massnahme wurde von der Direktion …

Privatsachen

(B33 zu M33)

Ebenso wie der Mensch, der als öffentliche und private Person wahrzunehmen ist, ergeht es dem Buch samt seiner Bestandteile, die als private oder öffentliche Personen wahrzunehmen sind. Er liest, wenn er liest, denn Zeit hat er nicht mehr viel: Wie angeraten nun nicht mehr das äussere, offensichtliche eines aus jenem ragenden Gerüst und seines Umfelds, sondern will sich dem Herzen zuwenden, dem, was ihn so als wahrer Wahrheit, als Innerlichkeit der Zeichen angeraten wurde. Denn das sei nichts weniger als die Summe seiner Teile und noch mehr: ein Ganzes, das sich in ihm zu verdoppeln imstande sehen konnte, wie er glaubt.

Etwas, das vielleicht, auch daran will er glauben, seinen zeitlichen Anteil am Hier verlängern mag. Schlägt er also ein Buch auf und die Zeilen gleiten geräuschlos durch ihn hindurch, kühlen ihn ein wenig, fühlt er sich frischer, lebendiger und in der Tat: verlangsamt sich auch der Schritt der Sekundenzeiger. Fast drängt es ihn, dem ihn Durchströmenden hinterher zu eilen, damit er noch mehr von seiner Qualität profitiere. Doch dann lässt er es bleiben, aus Angst vor der Scham ihm vorzuwerfender Schamlosigkeit vor dem Herrn. Denn dieses liegt ganz sicher nicht in seiner, sondern seiner Hand.