Jahrestag / Jubiläum “Bibliotheca Caelestis. TiddlyWikiRoman.”

Seit 1 Jahr in Ihrem Dienst: “Bibliotheca Caelestis. TiddlyWikiRoman.” von Hartmut Abendschein.

Eingang: http://bc.etkbooks.com/opac

Stimmen:

“Daran führt kein Weg vorbei.” Alban Nikolai Herbst

“Ein spannendes Experiment” netbib weblog

“Amazing TiddlyWikiFiction. I wish I could understand it” Jeremy Ruston, Osmosoft

“sehr hübsche Übergangseffekte” netzwertig.com

“Texte, die man sich wie einen Dschungel erarbeiten muss.” Ein Gespräch mit Andreas Louis Seyerlein

mehr: http://www.etkbooks.com/bc.php

Sie erreichen die Installation und erhalten Ihr cc-lizenziertes Hausexemplar des Titels über den Verlagsserver http://bc.etkbooks.com/

bzw. eine weitere Downloadmöglichkeit über die Deutsche Nationalbibliothek

http://d-nb.info/989593150

Klappentext:

Der Schriftsteller Benedikt arbeitet an seinem Zweitling. Trotz der Bedenken seines Agenten Röhrling, lässt er sich nicht davon abbringen, als Ort und Gegenstand seiner Skriptur eine Bibliothek auszuwählen. Die scheinbare Anna, eine dort Angestellte in unbestimmter Funktion, mischt sich in sein Unternehmen ein. Es beginnt eine Textreise, bei der sich am Ende sämtliche Gewissheiten in Luft auflösen.



bücher vernetzen –

edition taberna kritika:

http://www.etkbooks.com

[rohrpost]

Bobby Vacant & The Weary: Tear back the night

Immer, wenn der Dichter Tom Derungs vor seiner klapprigen Holzbaracke in seinem löchrigen, grünen Klappsofa irgendwo draussen an einem Waldrand in Indiana oder der Agglomeration Bern liegt, und es dämmert und das Fernlicht der Scheinwerfer einer nahegelegenen Landstrasse von dunklen Baumstämmen gebrochen wird, passiert etwas Unerhörtes.

Derungs Körper wird – wie von einer fremden Macht – geschüttelt und in ein anderes Wesen gemorpht und – als wäre dem nicht genug – es wachsen saitenbespannte Instrumente und Aufzeichnungsapparate aus dem schon nachtfeuchten Vorgärtchen.

Bobby Vacant, das alter ego Derungs, hat dann das Konzept übernommen, macht sich an der Textkunst Derungs zu schaffen und übersetzt diese in einen nostalgischen und doch frischen Sound all dessen, was sich idealerweise aus den Zutaten antifolkiger, countrybluesiger, indiegitarriger und – textlich – existentialistischer Schreibweisen verschmelzen lässt.

In “Don’t love me anymore” beispielsweise hören wir Referenzen auf gängige Joy-Division-Grundierungen heraus und Zeilen wie “my heart is black and torn”, was vielleicht als etwas pathetische Konstellation anmuten könnte, wäre da nicht Bobby Vacants selbstbewusste, baritonale Zerbrechlichkeit, die die oft dunklen Arrangements mit gehöriger Authentizität ausstatten.

Dylon, Pound, Camus …  das sind die Namen, die als Bezugsgrössen erkennbar werden, und in dieser Tradition werden Vacants Songs mit Stimmungen versorgt, sodass uns unweigerlich eine Vetternschaft mit Werken von Hansonis oder – on the other hand – the Johnsons Anthony (nach einer durchzechten Nacht, freilich) in den Sinn kommen mag.

Sind solche feinen Gebilde denn entstanden, werden sie, wenn schön abgespeichert und der Morgen graut, flugs zu George Reisch (Luxotone Rec., Chicago) geschickt, der diese als “The Weary” mit weiteren Instrumentenspuren anreichert und abmischt, sodass am Ende und als Ergebnis Bobby Vacant & the Weary mit ihrem jüngsten Tonträger Tear back the night zu Buche schlagen.

Bobby Vacant aka Tom Derungs bleibt aber dennoch auch dem gesprochenen und geschriebenen Wort treu. Zusammen mit der Lyrikerin Anne Blonstein bestritt und bestreitet er als poetisch-akustisches Duo Veranstaltungen in diversen Buchhandlungen und anderen Lokalitäten des Landes. Wir freuen uns zudem auf Vacant als Beiträger der diesjährigen Jubiläums-werkschau #5 … Mehr dazu folgt in Kürze.

Tear back the nigth von Bobby Vacant & the Weary gibt es seit April über Bobby Vacant direkt bzw. Luxotone Records via Cdbaby.com sowie iTunes music store zu beziehen.

Ein Leserbriefdenker (notula nova 41)

Dagegen spricht die Eindringlichkeit der Beweisführung, dass Ich nicht Herr im eigenen Haus sei, durch den Morgen. (Man hat über Nacht Distanz gewonnen. Man kann sich beim Kaffeekochen beobachten. Jeder Handgriff ist der eines anderen. Jeder Gedanke wird nicht vollständig gedacht.)

Er lässt die Zeitung sinken und notiert. Zur Rezeption und damit Produktion eines Preisträgers eines österreichischen Komikerpreises in Schweizer Medien: ging die Rede von den Wortkaskaden und arbeitete hierfür eigens hart an der Aufwertung von Beinahegattungen wie der des Poetryslams, die einem obsoleten Text allerdings nur den Moment der Inszenierung hinzufügen ohne aber irgendetwas zum Text bemerken zu können. Das in dieser Betriebssparte langsam erfolgreiche Eventsupplement erhebt, wie in anderen Medien auch, einmal mehr Form über Inhalt, woran sich rezipierende Medien allmählich angleichen. Andernorts verschiebt sich Pro7-Abendunterhaltung vom Wort zum Begriff und folgerichtig unterlegt sich auch dort alles mit einem Rauschen, dem nichts mehr hinzugefügt werden kann. Gefeiert ist das zu Feiernde im Selbstzweck des Fests, zu dem man weiträumig eingeladen wird. Die Gratisbillette werden auf den Strassen verteilt. Man gibt Damenwahl. Die Wortkaskaden allerdings wurden unbehandelt den Gratisblättern entnommen, die schon früh an jedem Morgen durch die Gassen wehen, schreibt er.

(Und moniert danach leise eine weitere Fehlerquelle im Idealsystem. Die Entdeckung des lyrischen Ichs (auch: seine, oft retrospektive Anwandlung) impliziert doch notwendigerweise ein lyrisches Nicht-Ich. Sicher handelt es sich dabei um ein immer unterstelltes Text- und Welterkenntnisprogramm, das aber – ich bitte sie!, empirisch – die meisten Ichtexte nur positiv möbliert. Wie kann also lyrisches Ich und lyrisches Nicht-Ich in einem Gedicht getrennt aufbewahrt werden (bei aller Hochachtung vor dessen Erzeuger). Das (vorhanden oder eben nicht) lyrische Nicht-Ich muss der Schlüssel bei solch einer Setzung sein. Das lyrische Nicht-Ich ist im Moment seiner Lektüre zwangsläufig unlesbar. Möglicherweise wird es lesbar (gemacht), dann wäre es aber kein lyrisches Nicht-Ich mehr. Folgt: Das lyrische Ich und das lyrische Nicht-Ich und das Ich und der ganze Rest im Text sind nicht objektivierbare Materialien oder Positionen, sondern abhängig von der Verfasstheit seines Lesers, jeder einzelnen Leserin. Das lyrische Ich muss also ein Gerücht sein. Das lyrische Ich gibt es und gibt es nicht und ist als solches gar nicht begreifbar. Als Distanzargument hat es jedenfalls ausgedient, liebe Leser. Lassen Sie sich nichts anderes von anderen erzählen.)

Sie verstehen nun, warum er keine Gedichte mehr schreibt oder doch das, was er schreibt, niemals nicht so nennen würde. Wir warten auf Ihre Antwort.

2007-11-02 Es ist Freitag und

hinter draht gitter 1 kofferberg

hühner blumen habe nicht orient

tiere abwesend zu ventilator summ

zu schrieb ver sehen un versehen

ein unpassendes hin WIE nicht

ein ein

Es ist Freitag und Tageszeit des Freitagsgebets der Lautsprecher. Jener, der das Gebet in die Wohnungen hier um mich herum und in die meine werfen soll, ist kaputt und “karchelt”, d.h. röchelt. Ein anderer schiebt eine Stimme von fern und doch klar darüber. Aufheult der Naheliegende Rückkoppelungen des heiligen Texts, und hinein. Der Ruf des Altwarensammlers eine schöne Unregelmässigkeit unregelmässig. Kürzestlinie auf-, nein absteigend, stell Dir ein lautes Komma vor. Und nun bekomme ich die Predigt frei Haus. Erahne Wörter wie “zwei”, “alle”, “rundherum”, “mit”, dann einige langgezogene “nein”, “und”, höre

index

Ostkreuz (ist004)

I Zit. Aus Gropp, Szenen der Schrift: Über Bartlebooth und das Aquarellmalen und Zerpuzzlen der Häfen der Welt. Zurück zum Ursprung und ins Meer. // Die Beschreibung der Schlüsselszene in Perec’s “La vie mode d’emploi”. Eine Disposition, die das Malen (Machen), die Ausschickung [Ausscheidung] und (wieder) Konfrontation mit dem Gemachten (aneignendes Erinnern) durch Vorlage, nicht aus sich selbst schöpfend, Rekonstruktion [Rekastration] (wieder machen) und letztlich Beerdigung (Seebestattung) des Werkes und Selbsts ausstellt. Ich paraphrasiere noch einmal, um diese Szene […] auf ein II anderes Medium, dem [den] der Photographie und einem weiteren, ihrer Collage und Verschriftlichung anwenden zu können. Verdachthalber [Verdeckthalber]. Auf den Verarbeitungsprozess hingelesen (in doppeltem Sinne). (Natürlich bin ich auch auf die Stelle angesprungen, weil ich die Bartleby-Referenz “Bartlebooth” noch nicht kannte. Jetzt ist sie Inventar. In der Lese[…], wenn man so möchte, aber das ist eine andere Geschichte). Zu Beginn meines Studiums in KN (Mitte 1993) hatte ich mir eine “Lomo” gekauft. Sie sollte von […] bis ins Jahr 2001 genutzt werden. (Danach kaufte ich mir eine Digitalkamera, seitdem wurde die Lomo nicht mehr angefasst). Irgendwann, Mitte der 9[…]er kam noch ein Lomo-Derivat hinzu, “action sampler” nannte sich – glaube ich – die kleine Maschine. Diese konnte fast [fest] (wobei es auf dieses “fast” [fest] ankam) gleichzeitig 4 Bilder einer Situation einfangen und auf einem Abzug in signifikanter Lomoqualität anordnen. Dass damit eine Menge experimentiert wurde, lässt sich überall nachlesen, und auch ich habe kistenweise unschar[fe] Bilder, aller, ja fast aller möglichen oder erdenkbaren Sujets. Wobei das Wort “Nicht[…]t” [Nichtsujet] wohl etwas treffender wäre. Zurück zur Idee. Von der “Internationalen Lomographischen Gesellschaft” wurden regelmässig Ausstellungen organisiert. Lomographien aus aller Welt wurden zusammengetragen und auf einer grossen Fläche [Flache] blickdicht versammelt. III Ziel war es, in der Summe [Sonne] einen “optischen Fingerabdruck” dieser Welt abzuliefern. Also ein (Welt)Ganzes darzustellen, das irgendwann einmal abhanden gekommen sein musste. (Das Internet, wie wir es heute kennen, gab es ja noch nicht, und also hatte diese Idee eine Zeit lang einen gewissen Charme). Warum verbinde ich nun diese 2 Szenen miteinander? Es ist sicher eine lockere Verbindung, aber [der] man […] muss sich vorstellen, dass ich gerade vor so einer Kiste sitze und darin “browse” [trowser] und versuche, sie einer Realität zu [vermachen]. Z.B. // 1 Eine Kiessstrandszene an der Kölner Bucht. Freunde [Freude] mit Blick aufs Rechtsrheinische. Industriegebilde in der Ferne? 2 “Mythos Studio” – Schriftzug auf [an] einem Hinterhofhaus in Berlin-Kreuzberg. (Einmal habe ich dort U besucht, ca. 2000). Ein Gedicht mit diesem Titel existiert dazu auch. 3 Ein halber Möbelladen. 4 Der Reichstag, vielleicht 5 Zwei ältere Damen mit offenen Mündern und Strickmützen [Strichmützen] in irgendeiner Tram. 6 S-Bahn Station “Ostkreuz” (Schild). […]etwas Farbiges im Hintergrund. Bewegtes. 7 Ein paar “action sampler”. Die oberen 4 Kugeln des Atomiums. Oben links mit Resten eines Baum[e]s. (Wann war ich in Belgien?) 8 die komplettverhüllte Kirche im Agnesviertel, zunehmende Unschärfe. Tokio? 9 4x Hundeangriff, fremde Beine in Jeans [Jeens]. Auf einer Brücke IV Mein Lieblingssampler: zwei riesige [rissige] Hirschskulpturen vor graubraunem Himmel. Irgendwie Wagneresk. Dieser Sampler wurde von mir vergrössert, zerschnitten, und die 4 Einzelteile gerahmt und in Reihe gebracht und aufgehängt, in meinem Wohnzimmer. Immer grosse Irritation [Kristalle] bei Besuchern … Ich lege diese Bilder wieder zurück in ihre Unordnung. Auch wenn diese einem Zeitrahmen von vielleicht 7 Jahren entnommen wurden [werden], bildeten sie doch nur 1 Punkt einer gewissen, dieser Wahrnehmung ab. Eine Perspektive auf “Welt”. Etwas abgeschlossen […] Historisiertes. Ich mache mir Gedanken […] über die Beisetzung [Besetzung] der einzelnen Teile // Den Ort gibt es nicht mehr. Den Ort dieser Entlehnung [Entstehung] hat es nie gegeben. Die Aufnahme war in Bewegung. Es gibt keine getrennten Einheiten. Und keine Geschichte. Es gibt das Gemachte. In Bild und Schrift. Das Denken in Mythen und ihren Versatzstücken. Die nachträgliche Einheit aus der Bewegung der Hand. Geschichte als Ich und […] seiner Geste. V Spielfläche Puzzle. Wie, Wer verdeutlicht Aspekte pro Klimasitz. Techniken des Aquarell-ludens um die Reifen der Welt zu malen und an windel zu finden. Barsch. Gin. Die Ausscheidung (wider), kein fron tabu. College urschriftlich anwenden zu keimen. Jetzt atme. Kam noch ein homo-Derivaten zu. Die kante fast einer Situation eifern, lässt sich überall buddeln. Das Wort “Nichtsage”. In der Finne. Alto. Gates. Einen geissen Charme. Sven. Eine lodere Gilg. Nigger Sandro. Mit offen dünne Strich winken. Mit Reden eines Baums. Die komplett verhütete Kirche in Agnes, zündende Unschärfe. Beine in frans. Auf einer Brüche. Stülp hin, hindre vageres, dein Semper grab in Reihe. Wahnding. Ich anfaule bi die Berge. Den Ort dieser Hebung hat es nie gegeben. In Einheile. Es gibt das Gennadi.