Vorliebe für frühes, frierendes Schreiben.

Das Denken strebe nach Wahrheit. Doch das Ziel seiner Bewegungen solle auch sein Anker sein.

Glück: kein Wille mehr, der sich regt.

Autobiographen? – Ach Kalligraphen meist, mit bunten, stumpfen Wachsmalstiften.

Vorliebe für frühes, frierendes Schreiben. Für das Zittern der Träume im Erwachen.

Schaukel. Ort der Bewegung.

Seltene Menschen. Sie trösten sich mit Unvertrautem.

“Im Grunde”. – Die Phrase der Angst vor dem freien Fall.

p21

Infantenfuturismus (notula nova 128)

(Und: Antti Lovaags Laboratorium der Sternwarte der Cote d’Azur bei Grass als

Prototyp der

Barbapapa

Gummiwagenburg

hier wär ein Bildvergleich schön.)

Infantenfuturismus

Habitology

Rundismus

(wenn arriviert: Rundistik)

Vielleicht das Projektkürzel überdenken (fürs spätere Retrieval, für Webdinge und Dateinamen):

SU? SchU? S-U?

Letzteres mit Anspielung auf die ursprüngliche Titelschreibweise, mit Bindestrich. Sozusagen: das “S” (Subjekt) an das das “U” (ein Umgedrehtes, also “∩” anhängt, visuell:

S



kurz: S-∩ (mit dem Vereinigungszeichen (oder “Oderung”?) aus der Mengenlehre. Und zur Etymol.:

Urs -> der Bär. Ursli > der kleine Bär (auch den astronom. und astrolog. Hintergrund beleuchten), die Schelle (Etymol.? Auch im Kartenspiel. Handschellen … Schellen-Urs: die Vorstellung eines gefangenen, gerade festgenommenen Straftäters (Strauss-Kahn, vgl. auch den Ansatz von C.M.)

Zu den Blödmaschinen (Seesslen u.a.): Warum werden diese Maschinen nicht beschrieben als ein Dispositiv? (Und warum wird auch nicht dieses i.d.F. sehr geeignete Wort benutzt?) Stattdessen diese als Ideologeme zu beschreiben, die mit paraideologischer Registratur in Beziehung gebracht werden. Eine ernstere Sprache hätte den Text vielleicht noch viel kräftiger und haltbarer gemacht.)

(Aber schön: das Publikum als “produktivistisches Theater“)

Maschinenstürmer sein

(A.i.d.B.: die Schellen-Ursli-Maschine stürmen.)

“Eine visuelle Abstraktion konkreter Theorie” – Avenida Perdida über TCT-H (R(R))

Ein Gastbeitrag von Markus A. Hediger (Avenida Perdida)

Eine Beschreibung von Hartmut Abendscheins Prezi-Projekt “The Chomskytree-Haiku” ist nahezu unmöglich: Man müsste, wollte man ihm gerecht werden, alles zugleich sagen, mit einem Satz die ganze Vielschichtigkeit aufzeigen und zugleich auf die darin enthaltenen (und gewollten) Widersprüche hinweisen. Hinter, oder besser, in dem “Chomskytree-Haiku” steckt eine gehörige Portion Theorie: Gleich zu Beginn der Präsentation werden die wichtigsten Begriffe eingeführt und sehr kurz erläutert, um die es dem Autor bei seinem Projekt geht: Allegorie, Baumparadigma vs. Rhizom, Raum/Zeit und poesis. Um nichts weniger also geht es, als um Welt, ihre Deutung und ihre poetische Verarbeitung. Dass das nicht gut gehen kann, macht ein Exposé deutlich, das ebenfalls im Projekt zu finden ist: Das “Chomskytree-Haiku” ist, so heisst es da, ein “polyvisuelles, polytextuelles, polystrukturelles und polytheoretisches Image”, ein “Beitrag einer posttheoretischen Theorie”, die sich (so der Untertitel) als “intermediale Allegorie poetischen Arbeitens” versteht. “Der Baum bzw. die Wurzel als Denkfigur und Organisationsprinzip wird mit seinem Theorieantagonisten, dem des Rhizoms (nach Deleuze/Guattari, als Figur der Kontingenz und Allesmitallemverbundenheit) kontrastiert.” Der Autor weiss, was er dem Leser/Betrachter/Interpret da zumutet.

Doch anders als diese einleitenden Worte vermuten lassen, führt das Projekt den Interpreten nicht in eine theoretische Abstraktion bildhafter Vorgänge, sondern umgekehrt in eine visuelle Abstraktion konkreter Theorie, nämlich jener des poetischen Schaffens. Jede Theorie des poetischen Schaffens birgt in sich auch eine entsprechende Theorie der poetischen Interpretation, und ich erlaube mir, da ohnehin vor die Notwendigkeit gestellt, aus den vielen möglichen einen einzelnen Ansatz auszuwählen, um den Versuch einer Deutung überhaupt beginnen zu können, diese zum Ausgang meiner Betrachtung des “Chomskytree-Haikus” zu machen.

Nutzt man gleich zu Beginn des Prezi die Zoomfunktion am rechten Bildrand, um näher an den in der Mitte sich befindenden Kreis heranzufahren, enthüllt sich mit zunehmender Nähe ein Baum, an deren Astgabeln und -spitzen sich Blüten befinden, die sich bei näherem Hinsehen als weitere Bäume oder Vergabelungen entpuppen. Ein Baum der Äste, die sich verzweigen, also, und deren Astgabeln abstrakt dargestellte Orte sind (Punkte auf einer Landkarte), von wo aus sich die Äste dann in die konkrete Welt (Fotos) hineinstrecken, über die sich jedoch dann wieder Bäume legen, die einerseits die Fotos miteinander verbinden, andererseits aber auch die in den einzelnen Fotos selbst dargestellten (und in ihnen ausgelegten) Elemente verknüpfen.

Entfernt man sich mittels Zoomfunktion wieder von diesen Unterbäumen, bemerkt man zwischen den Ästen weitere Elemente, die wie fallendes Laub zwischen diesen verstreut sind: Haikus, Screenshots, Klebebänder und andere Materialien, die sich auf den oben erwähnten Fotos wiedererkennen lassen. Dass zwischen Bäumen und diesen zusätzlichen Elementen ein intendierter, nicht willkürlicher Zusammenhang besteht, wird deutlich, wenn man sich mittels Play-Taste Schritt für Schritt durch die Präsentation vortastet: Sie stellt das, was ein erster Blick als simultanes Gebilde enthüllt hatte, in eine lineare Abfolge, die nicht nur eine aus den vielen möglichen Lektüren des “Chomskytree-Haikus” vorschlägt, sondern auch ihre Produktionsbedingungen, -materialien und -umstände sichtbar macht. (Auch hier sei die ausgiebige Verwendung der Zoom-Funktion wärmstens empfohlen, um zum Beispiel die in den Screenshots abgebildeten Texte überhaupt lesen zu können, aber auch, um sich immer wieder durch das Herauszoomen sich des Zusammenhangs des gerade Betrachteten gewahr zu werden.)

Wie auch immer man sich Zugang zum “Chomskytree-Haiku” verschafft, ob über die vom Autor empfohlene Autoplay-Version oder über eine eigene, selbstgewählte Kletterroute durch den Baum (oder eher Rhizom?), immer wieder sieht man sich damit konfrontiert, den Zusammenhang zwischen Text und Welt, zwischen Text und Textmaterialien, zwischen Theorie und konkreter Welt, aber auch zwischen konkreter Welt und den in ihr erkannten Strukturen deuten und überdenken zu müssen.

Diese multiplen Zusammenhänge zwischen den vielen Ebenen des Textes und den vielen Ebenen der Welt lassen sich vielleicht auch so darstellen:

Am 8. Dezember 1980 befand ich mich in Teresina, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Piauí, wo ich die Sommerferien bei einem Schulfreund verbrachte. Ich hatte bereits geduscht und durfte mir noch die Abendnachrichten anschauen, bevor es ab ins Bett ginge. Es war ein Schwarzweissfernseher, der mir die Bilder aus New York zeigte: ein Passfoto des Mörders, die Blumen vor dem Gebäude, in dem John Lennon eben erschossen worden war. Ich hatte zu dem Zeitpunkt noch nie etwas von dem Toten gehört, zumindest nichts bewusst von ihm wahrgenommen, “Imagine” sollte erst Jahre später den Soundtrack zu meiner Glaubenskrise abgeben. Die Umstände, unter denen ich von Lennons Tod erfuhr, vergass ich trotzdem nie.

Jahre später, es war eine laue Sommernacht, sass ich mit einigen Freunden in einem Gartenrestaurant im schweizerischen Winterthur und hörte das erste Mal von der polnischen Musikerin reden, die ihre Kollegen “Radio Warschau” nannten. Der Name elektrisierte mich, es war, als setzte er die Atmosphäre unter eine ungeheure Spannung, kurz darauf ging ein heftiges Sommergewitter nieder.

Oder, anders ausgedrückt: Hätte ich Italo Calvinos “Der Baron auf den Bäumen” das erste Mal nicht in einer heruntergekommenen Studentenbude im zweiten Stockwerk eines alten Hauses am Stadtrand gelesen, sondern erst jetzt, hier in Rio, im Erdgeschoss eines Hauses, das sich im Tal zwischen zwei dicht bewaldeten Hügeln befindet – hätte das Buch denselben unauslöschlichen Eindruck auf mich gemacht?

Denke ich an das Buch, denke ich an die Nächte weit geöffneter Fenster. Erinnere ich mich an “Radio Warschau”, kommen mir Bilder in den Sinn, die mir vormachen, die Liebe sei in Winterthur eine komplizierte Sache. Höre ich John Lennons “Imagine”, sehe ich mich als Buben nackt unter der Dusche stehen, der noch keine Ahnung hat davon, wie nah die Erde dem Himmel ist.

Verstehe ich Abendscheins Ansatz richtig und beziehe ich in meine Überlegungen auch die Grundidee der Generativen Grammatik, deren wichtigster Vertreter Noam Chomsky ist, so ist die Spannung, die zwischen all diesen Elementen besteht, die wesentliche Treibkraft des poetischen Schaffens (und Interpretierens), das als Produkt ein Destillat hervorbringt, das nicht im luftleeren Raum hängt, sondern umgeben ist von Schwebeteilchen, die wiederum den Raum strukturieren.

The Chomskytree-Haiku (Rhizome(Rhizome))

TCT-H (R(R))

von Hartmut Abendschein

Eine intermediale Allegorie poetischen Arbeitens

edition taberna kritika, Bern, 2011

Kostenloser Download: http://tcthr.etkbooks.com

Gretas Geheimnis











































Quote „Am Anfang war sie jeden Morgen, kaum dass der Postbote ein Haus weiter war, zum Briefkasten gerannt und dachte: Vielleicht … Dass es für die Freundin viel einfacher war, die Straße hinauf zur Schule zu gehen, anstatt mit dem Bus eine …“ (S.8
Source Gretas Geheimnis: Das verborgene Zimmer. Teil 1. Autor Regine Klare, Verlag Asaro Verlag, 2008, 271 Seiten
Keywords Bus, Strasse, Briefkasten, Briefträger, Postbote, Fahrradfahrer, Frau, Lastwagen
Retrieved erste 4 von 8 Keywords in http://books.google.com/
Produced 19.06.2009, 07:52 AM
Added 26.11.2009, 05:45 PM
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nbp: Chair(e)Fiction. Veranstaltungshinweis: hab @ La Nef / nbp: Zu dieser unendlichen, ominösen Neige bete ich. http://t.co/vqsREaa / Sendetermin, nächsten So: Franz Dodel: Die Hummel, aus: Von Tieren – edition taberna kritika … DRS1 http://t.co/xN2qais / mein kreis gehört mir. / nbp: Soziale Netzwerke als Sekundärtext (notula nova 127) bit.ly/nlDr3L / so, die geheime kommandozentrale des schossgebeteapologetentums wäre mittlerweile auch identifiziert …” / nbp: Oh, wie ungünstig! bit.ly/mTCs1q / das kleine und das grosse andere. /



(self-portrayed by someone else)