Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 07/2011)

Ist ein literarischer Text, was die Partitur in der Musik? Was bringt ihn dann zum Tönen? Oder ist er bereits, was die Aufführung bei der Musik? Was wäre dann bei einem Text die Partitur?

Utopia: Der in die Literatur verpflanzte Wunsch nach Totalplanung und einem Höchstmaß an Ordnung erwächst aus der widerborstigen Erfahrung an der Realität – entwirft aber oft genug in seinen Gegenbildern eine Gegenwirklichkeit, die der Realität verdammt nahekommt.

Der kastrierte Kater wartet auf Streicheleinheiten von seiner Kätzin wie der Mönch auf eine Berührung Gottes. Beide lassen sich von einer gewöhnlichen Hand täuschen.

Der von Abscheu getriebene Schriftsteller: Die Kernphantasie vom Einschlag eines Meteors in eine geordnete Welt.

Der Schweizer redet mit gespaltener Zunge: Die Diglossie presst ihn dazu.

Das Schreien des Kleinkindes: Es ist der Urklang all dessen, was sich in uns gegen die Welt sträubt und uns selbst. In der Literatur ist das Urgewaltige sublimiert zu einem Klagen, das man den Worten einzeln so nicht mehr ansieht; in jeder hervorragenden Literatur ist der ursprüngliche Ton dennoch zu hören – tief unten im Text, zwischen den Zeilen, in der Gesamtheit des Textes an sich, als Klage an die Welt.

Was träumt die Karotte?

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In seinen Armen das Kind











































Quote „Jemand nahm einen Spiegel oder eine Kachel oder einen Aschenbecher, in dem noch niemals Asche war. Nachdem das Zeug in die Nasen gejagt war, hatte jeder etwas zu erzählen und keiner die Zeit, den anderen vorzulassen. …“ (o.S.)
Source In seinen Armen das Kind: Roman. Autor Bodo Morshäuser, Verlag Suhrkamp, 2002, 365 Seiten
Keywords Kacheln, Aschenbecher
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Produced 10.06.2009, 02:06 PM
Added 25.11.2009, 02:53 PM
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URL (Video) http://www.youtube.com/watch?v=P09i92AlCN8
Status Live!
Amazon Review „grauenvoll, 13. April 2005. Von Eva (Schweiz): So spannend der Klappentext tönt, so öde ist der Inhalt des Buches „In seinen Armen das Kind“ von Bodo Morshäuser. Keine Rede davon, dass die Suche von Maik nach seinem unehlichen Sohn immer spannender würde. Bis zum Schluss bleibt das Werk langatmig, wirr und wenig attraktiv.“