Oben auf dem Gipfel liegt unten weit das Meer.

Aufstieg vom Strand in der Mittagssonne. Ein schmaler, steiniger Pfad schlängelt sich auf der landeinwärts gelegenen Seite des Berges nach oben. Es beginnt eine lange, leicht ansteigende Gerade, es folgt eine Kehre und wieder eine lange Gerade zurück.

Hin und her hinauf. Der Himmel steht wie ein Block. Je am Ende der Geraden, ein kurzer, in der Hitze bald ersehnter Blick hinunter aufs kühle Blau. Es erreicht unsere Augen, um bald darauf wieder hinter unserem Rücken zu verschwinden. Weiter oben wartet die nächste Kehre mit Blick auf die andere Bucht. Gerade, Kehre, Gerade, Kehre, stupide Geometrie.

Schier endloses Hin und Her. Die Sonne steht still. Nur langsam werden die Geraden kürzer, je mehr wir an Höhe gewinnen. Unsere Sehnsucht immer schneller gestillt, je weiter wir uns von ihrem Gegenstand entfernen.

Oben auf dem Gipfel liegt unten weit das Meer.

p26

Wespe frisst Grashüpfer (notula nova 132)

Und: Der Börsenverein will jetzt definitorisch tiefer graben, nach der Antwort auf die Frage: Was ist ein Buch? (Und könnte eigentlich da anfangen, wo die Geisteswissenschaften vor vielen Jahren aufgehört haben.)

Kurz davor, den GPS, den General Problem Solver (1972) aktualisiert zu haben, aufgew.

formlos

fristlos

fruchtlos

folgenlos

Und: auch für die Kunst könnte gelten: nicht in Artikeln zu beklagen, dass nicht genug Blogs als Kunstwerke seien, sondern an einer Bestandsaufnahme zu arbeiten.

Wespe frisst Grashüpfer

vom Kopf her

immer

Und: Das Schellendiskursli Performance Dispositiv, bislang:

1 Mic + Ständer

1 Mobile Cube Verstärker + Stativ

1 Projektorplatte + Stativ

2 Laptops

1 Beamer

1 Notenständer + Beleuchtung

1 Glocke

1 etkhat

diverse Kabel und Mäuse

= gefühlte 50 kg

(Noch benötigt: 1 Stahlhelm WK2, idealerweise der CH-Armee, weitere Requisiten …)

Und: das ICE-Pärchen-Dispositiv

2 Rotnasen

1 Laptop

1 DVD-Player (USB-Plugin)

2 Kopfhörer (wenigstens)

und Gesichter aus Böllromanen

Herbst, Alban Nikolai: Sucht & Kunst.

[Anour Brahem, Astrakan Café.]



Wie aus einer Geschichte sofort die nächste und wiedernächste entsteht, ganz unmittelbar, und wie früher der Schreibtisch mit Zetteln, füllt sich nun der Bildschirm mit Notizdatei um Notizdatei. Oft ist es die Formulierung, die zur neuen Idee überleitet, ein Wort nur, ein Idiom, das direkt auf die kleine innere Trommel der Assoziationen schlägt – bisweilen aber auch die persönliche Erinnerung an einen Duft, an ein Haus in S. Lucia, an meinen Bruder.

Die literarische Arbeit, da sie sich aus sich selbst fortpflanzt, wird genau deshalb, wie Vila-Matas bemerkt (und was er seinerseits zur Voraussetzung und zum Thema eines Romanes machte), zu einer Lebensform, darin von nicht-künstlerischen Tätigkeiten mit Ausnahme jener scharf unterschieden, die sich mit Computern und Software beschäftigen. Auch diese, da in Wirklichkeit nicht dinglich, sondern Realisierung von Innenwelten, tendieren dazu, ein Lebensmilieu zu schaffen, aus dem man nur schwer wieder auftauchen kann. In beiden Fällen wirkt etwas, dessen Dynamik an die von Süchten gemahnt, aber nicht mit ihnen identisch ist. Nämlich die Sucht konsumiert nur, hingegen die kybernetische und künstlerische Tätigkeit produziert. Daß dennoch nicht selten die eine Lebenswelt die andre befördert, zumindest befördern soll, zeigt ihre Verwandtschaft. Sie lassen sich aneinanderkoppeln: man kann von der Wohneinheit in die Arbeitseinheit wechseln, ohne die Dynamik selbst verlassen zu müssen. Wiederum haben beide einen Zug ins vereinsamend Asoziale, und zwar sogar dann, wenn ihnen gemeinschaftlich nachgegangen wird. Die im Orbit des kybernetischen Raums schwebenden Stationen bilden communities von bloß scheinbarem Sozialcharacter aus. In Wirklichkeit sind es Monaden. Das tatsächliche Gespräch, zu dem der Speichel gehört, wird von einem abgelöst, das man – in der Literatur wie in der kybernetischen Kommunikation – mit Avataren führt, denen Feuchtigkeit den Garaus macht. Der Avatar in der Dichtung ist der Leser genannt. Er ist die reine Konstruktion eines IchIdeals, das seine Anima projeziert.



(c) etkbooks / Alban Nikolai Herbst.  Dieser Text ist ein Auszug aus “Kleine Theorie des Literarischen Bloggens”.

Alban Nikolai Herbst, geb. 1955, ist einer der vielseitigsten, kunstvollsten, aber auch eigenwilligsten Autoren der Gegenwart. Durch den phantastischen Roman „Wolpertinger oder das Blau“ (1993) sowie den ersten Band „Thetis“ (1998) seiner Anderswelt-Trilogie und besonders durch sein Literarisches Weblog „Die Dschungel. Anderswelt“ bekanntgeworden, ist er zudem einer der führenden Denker der postmodernen und nachpostmodernen deutschen Literatur. Nach Louis Begley wurde er auf die Poetik-Dozentur der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg berufen. Sein Werk umfaßt Romane, Erzählungen, Lyrik, sowie Libretti. Außerdem schreibt und inszeniert er für den Rundfunk poetische Hörstücke.  Er ist u.a. Träger des Grimmelshausen-Preises, des Fantastik-Preises der Stadt Wetzlar, des Rom-Preises der Accademia Tedesca Villa Massimo. Er war Writer in Residence der Keio Universität Tokio und wurde 2006 mit dem Jahresaufenthalt im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia Bamberg ausgezeichnet.

Links / Mehr:

http://etkbooks.com/edition/litblog_theorie

Die Dschungel. Anderswelt

Echo der Schatten











































Quote „Die übereifrig gepflegten Vorgärten, die am Bürgersteig stehenden Bäume, Spalier stehend wie Soldaten vor gut bewachten … Lena dreht sich in die Richtung, und genau in diesem Augenblick wird ein Briefkasten von einem Scheinwerfer der …“ (S. 9)
Source Echo der Schatten, Autor Sascha Biel, BoD – Books on Demand, 2009, 200 Seiten
Keywords Tisch, Stuhl, Gehweg, Autos, Baum, Briefkasten
Retrieved letzte 4 von 6 Keywords in http://books.google.com/
Produced 03.07.2009, 04:35 PM
Added 26.11.2009, 06:01 PM
Time 0:53
Raw File VID00173.AVI
Entry No 0064
Size 13‘086 KB / MP4
Broadcast Public
URL (Video) http://www.youtube.com/watch?v=3ehKEsmQSVE
Status Live!
Amazon Review „Vergiss mein nicht …. Bestimmt nicht!, 20. Februar 2010, Von
P. Sieweke „Pesie!“ – Ich lese seeeeeeeeeehr gerne Krimis! Es hat viel Spaß gemacht, sich durch die Handlung zu schmökern. Der Täter sagt: „Vergiss mein nicht“… wenn Sascha Biel so weiter macht und noch mehr Leser in seinen Bann zieht, kann ihm das sicherlich nicht passieren ;-). Weiter so!