titel 2011

4 / 11

kappacher, morgen

gann, angst

murakami, 1q84 (3bd.)

geld, merve

dath, gott

benjamin, einbahnstrasse

cotten, phlox

schwaner, held

3 / 11

blödmaschinen

kluge, bohren

mai, wortlose

campbell, duktus

reynolds, retromania

herbst, theorie bloggens

para riding, roughbooks

kybernetik diaphanes

2 / 11

idiome 4

ruhrtext, neuner

derrida, das tier

steinbacher, winkschaden

herbst, kleine theorie

rühmkorff, fleckenkunde

han, shanzhai, dekonstruktion

hoffmann, abduktionen

1 / 11

walter benjamin, karl kraus, ges. schriften

karl kraus, nachts

skolast 2/10

goetz, elfert september

derride, messiah

debord, spektakel

barthes, über mich selbst

bandel, fantasie

heiz, sommersprossen

quartal 1/11

Heiz, André V: Sommersprossen (Bilger, R) ISBN: 978-3-908010-15-9

Bandel, Jan-Frederik: Fantasie und Aufklärung. Historische Miniaturen (TEXTEM VERLAG) ISBN: 978-3-941613-43-0

Barthes, Roland: Über mich selbst (Matthes & Seitz Berlin) ISBN: 978-3-88221-651-6

Debord, Guy: Die Gesellschaft des Spektakels. Und andere Texte (edition TIAMAT) ISBN: 978-3-923118-97-7

Derride, Antoine: Messiah. Eine Dekonstruktion christlicher Theologie (Passagen) ISBN: 978-3-85165-870-5

Goetz, Rainald: elfter september 2010. Bilder eines Jahrzehnts (Suhrkamp) ISBN: 978-3-518-42207-6

skolast 2/10 (Zeitschrift)

Kraus, Karl. – Nachts [Text erneut durchgesehen und herausgegeben von Christian Wagenknecht]. – Frankfurt am Main : Suhrkamp, 1993


Kleine Pause

Wir wünschen unseren Leserinnen und Lesern einen entspannten Jahreswechsel. Ab Anfang Januar sind wir wieder für Sie da …

@etkbooks twitterweek (20111217)

nbp: DLT: 6 Schlüsse bit.ly/tkKzbE / ach patrick, nicht walter! / außenspiegelabfahren is the new pfandflaschenbonunterschlagen. / @etkbooks Silvana Kohlhaas-Mehrin? Wobei das dem armen Kohlhaas Unrecht täte! ^^ / selbstbildnis der silvana koch-mehrin als michael kohlhaas. / @mykke_ der war ja mal aushilfslehrer von mir. wir haben ihn inoffiziell immer schnuffi genannt. / nbp: Die Angst ist oft das Konsulat des Schönen … bit.ly/ujbYRE / seit f. den besucher zurechtgewiesen hat, nicht im ausstellungsraum zu essen, wird er von diesem bei jedem zusammentreffen gesegnet. / nbp: Die Listenreiche II (notula nova 137) bit.ly/tqd7gG / ah, die tickets für Harry Belafonte an der lit.COLOGNE liegen schon bereit. / mit diesem wortschatzbuch von lobo gibts tatsächlich augenkrebs. / nbp: Neu im etkbooks-Shop: Die halbe Wahrheit (Georg Raabe) bit.ly/tW5PdC / die litblogs.net-preview sieht wirklich nicht schlecht aus … #googlecurrents” / nbp: Vertreibung aus dem Labyrinth bit.ly/s90xfa / PLUS:  testing google currents http://www.google.com/producer/editions/CAow6eY0/litblogsnet_issn_1662_1409 / oh, schon wieder weihnachten … erdmöbel und maren eggert: lametta … http://www.youtube.com/watch?v=aJPpnvGPCrg



(my little cacadoo I)

DLT: 6 Schlüsse

Der literarische Troll

Spekulationen zum Verständnis einer Funktion als Figur

(Essay, Beta)

6 Schlüsse

Wodurch sich Mensch und Troll unterscheiden, das ist vielleicht in der Erzählkultur des Sichtbaren noch auszumachen. Verschrobene Wesen in Wäldern oder Gebirgen, die den Menschen nicht immer hold sind, können schon aufgrund ihrer Äusserlichkeiten, der starken Abweichung in Wuchs, Wohlgeformtheit oder was konventionellerweise als Schönheit empfunden wird, ausgemacht werden. Stets allerdings von solchen, die sich besser, schöner, schlauer dünken.

In der Anonymität der Netzkultur, die den Troll als Bild und Begriff eines diskursiven Anderen adoptiert hat, ist diese Unterscheidung nicht immer eine eindeutige, und die Verhandlung, wer oder was Troll(text) ist, kann selten von vorneherein in ein klares Verdikt münden. Ein Trolltext, der die Gewohnheiten des Dialogisierens und Diskurses unterläuft, kann jeder Text sein, der gerade meinem Verständnis eines pragmatischen und / oder ästhetischen Austauschs zuwiderläuft.

Umgekehrt kann es ein Text sein, der offensichtlich als Funktion innerhalb eines grossen Textgefüges figuriert und dieses auf der virtuellen Skala ästhetischer Werkwirklichkeit verschiebt, diese – je nach dem – auf der Klaviatur möglichkeitspoetischer Lektüre beeinflusst und letztendlich eine ganz andere Textrezeption befördern kann, als ursprünglich intendiert.

Dies kann auch planbar sein. Exemplarisch wurde der Trolltext in digitalen Mikromedien als Funktion und Figur spielerisch klassifiziert und in diesem Spiel rote Fäden ausgelegt, die mögliche Charakteristiken von Trolltexten und ihrer Figürlichkeit im Text etwas herausgeschält. Das so Freigelegte soll nicht als ein Endergebnis von Lektürepraxis solcher Texte verstanden werden, aber beispielhaft zeigen, wie solch ein Modellierungsprozess einer subjektiven Analyse von Trolltext als Funktion und Figur, den Blick auf umfangreiche, anschwellende, unabgeschlossene Textkörper mit solchen Beteiligten, weiten kann und vermitteln, dass durchaus auch Kriterien ermittelt werden könnten, solche Werke sowohl im Gesamt als auch im Prozess ihres Entstehens unter Berücksichtigung von vermeintlich unergiebigem Kontext gelesen werden können.

Die Angst ist oft das Konsulat des Schönen …

Die Räume des Tagtraums erscheinen uns paradox: brüchig, und erfüllt, und überquellend. Die der Alltagswahrnehmung nie: kontinuierlich, ohne Risse, lückenlos leer.

Die Angst ist oft das Konsulat des Schönen, seine ständig schreckliche Vertretung in der Welt.

Erfolg: Oft wünschte, flehte ich, nur die Toten mögen mich nicht vergessen.

Zeugenberichte vom Exodus. – Woher es kam, wann es begann, konnten sie mir nicht sagen. Doch viele Exemplare befiel damals ein Unbehagen, zu ihrer eigenen Gattung, zur Menschheit zu gehören.

Sie fürchteten sich vor ihren Phantasien statt vor ihren Gewohnheiten.

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