@etkbooks twitterweek (20120714)

nbp: Dranmor als Prosatext (Lieferbar) http://bit.ly/NRxb1c / Ganz grosses catering. / die nzz ist ja der roger federer des pragmatischen texts. / nbp: Blatt 6 (mehr in diesem Erdtheil gefunden) http://bit.ly/OaCmHe / die minderwertigkeitskomplexe von john lydon sind unangenehm und peinlich. / nbp: hello flooksbooks! (ausstellungen) http://bit.ly/NJykru / “die dichterinnen sprechen wie das apothekenmädchen, das stets so schaut, als hätte gerade ich was zu verbergen.” #schlummerfilet / Problemflüsse der Welt: Rhein, Ganges, Krückau. / Das dranmor cover ist űbrigens klasse geworden. Thalia buchhändlerinnen werden es kassengift nennen. / (frage wegen möglicher freihandelsabkommen) / Experimentelle Chinesische Literatur. Kennt sich da jemand aus? / http://www.litblogs.net/ läuft wieder #lbn … / nbp: Über: “jetzt ist es ein kunstwerk. 100 flooksbooks.” http://bit.ly/NdFuVW / ach, meine datenbanken sind echt klandestine burschen. / Gleich (NDR): Seelandschaft mit Pocahontas von Arno Schmidt http://www.phonostar.de/radiomagazin/radioprogramm/detail.php?id=423&datum=2012-07-08 / PLUS: Krawehl, krawehl! http://www.youtube.com/watch?v=ghbj6iNPfCU / aus der aktuellen ron-orp-mail zu http://flooksbooks.etkbooks.com/ / http://www.littlefreelibrary.org/



(Krawehl, krawehl!)

Dranmor als Prosatext (Lieferbar)

Vielleicht mag sich noch jemand an den Romanversuch Dranmor erinnern? Ich kann schon gar nicht mehr präzise recherchieren, wann ich die Arbeit damit und auch in diesem Weblog aufgenommen habe. Erste Spuren finden sich davon schon 2004, glaubt man den Webarchiven. Und dem Backend des CMS. Allerdings könnten diese auch trügerisch und die Daten infolge zwischenzeitlicher Datenbankmigrationen falsch angelegt worden sein. Sicher ist aber, dass 2005 bis 2007 intensiv daran gearbeitet wurde. Bis 2008 entstanden damit ca. 450 Manuskriptseiten, die wieder und wieder überarbeitet wurden. Wenigen habe ich sie zu lesen gegeben. Die Reaktionen waren damals durchaus geteilt. Manche kamen mit der poetischen Sprache nicht klar. Andere schätzten gerade diese, der Text war ihnen aber zu umfangreich, zu roh und zu heterogen. Das Projekt kam daraufhin einige Zeit zum liegen, auch, weil ich mich anderen Dingen widmen musste.

Erst vor ca. anderthalb Jahren habe ich mich wieder an ihn erinnert. Mir wurde klar, dass der Korpus als Roman nicht so geeignet war, als experimentellerer Prosatext mit erzählerischen Versatzstücken aber sehr wohl funktionieren könnte. Ich habe mich also noch einmal hingesetzt und ihn radikal umgeformt, umgeschrieben, gestrichen, gekürzt und geordnet. Um fast 2/3 an Umfang schlanker, hat der Text nun eine Gestalt angenommen und ist sprachlich zu sich gekommen, sodass man nach nun zwei Lektoraten sagen kann: das ist der Text Dranmor.

Er ist soeben mit freundlicher Unterstützung des Kantons und der Burgergemeinde Bern im Athena-Verlag in der reihe edition exemplum (wie schon Die Träume meiner Frau) erschienen. (Optisch ähnlich und ebenso hübsch gestaltet. Wir nannten sie: die zweieiigen Zwillinge.) Sie erhalten die Titel in allen Buchhandlungen, über den Verlag, aber auch (das ist für CH nicht uninteressant) via etkbooks.

   

(Die Kategorie http://www.abendschein.ch/site/weblog/C4/ gibt es immer noch. Die meisten (Ur-)Texte sind allerdings offline, sodass diese nur noch als Materialsammlung zu lesen ist.)

Blatt 6 (mehr in diesem Erdtheil gefunden)


mehr in diesem Erdtheil gefunden, es muss Winter bald werden, dass die Kraniche ziehen.
     Tretet hervor, die ihr so reich einst wart und so gewaltig, so tief jetzt erniedrigt im Staube, auch viel heimliche Sünden haben wohl die Väter verschuldet, dass die Zeit gegen ihren Samen bis in’s fünfzigste Glied so gewüthet?
     Haltet ihnen den Spiegel doch vor, damit sie die Zukunft darin lesen, wie die Natur den Uebermuth straft, wie die Rachengel schweben über jeglichem Vergehen, aber hüthet euch, dass sie den Spiegel selbst nicht zerschlagen.
     Wollt ihr die Sünde, so sprecht doch zu ihnen, dann bleibt ja immer kräftig und jung, gebt ihr die mindeste Blösse, gleich schlüpft euch die Strafe hinein.
     Den schönen Wald haben sie ganz und gar doch gelichtet, es stehen die Stöcke und Stumpen traurig nur noch, das treffliche Revier ist zur Gemeinhuth für Schweine geworden und jeglich Gethier.
     Und doch ein unendlich Gewurzel ist in diesem Geschlechte, und sollt es denn nimmer eine Krone mehr treiben? das mögen die barmherzigen Götter verhüthen, sie scheinen beynahe versöhnt, denn ein ander unseeliges Volk haben sie dem Verderben geweiht.
     Ihr aber, ihr geliebten Brüder und Freunde, wie seyd ihr so gar linkisch gewesen und täppisch; es wollt uns bedünken, als ob Bruchpatienten mit geübten Athleten zum Ringen in die Paläste träten.
     Sie sprachen zueinander, geruhig die Pfeifen ausklopfend, lasst uns nur gehen, früh genug werden wir uns zeigen, ernst kann’s nicht werden, uns zuerst zu mishandeln, das wäre unsittlich von ihnen.
     So zogen sie mit den langen Pfählen daher, und suchten die auf, die freywillig und edel sich zum Spiessen hingaben; die aber fanden sich nicht, aber es kamen andere Bösewichter und hieben ihnen rücklings die Achillessehne entzwey. Da lagen sie erstaunt und verblüfft.
     Die bösliche That soll untersucht nun werden und auf’s schärfste bestraft, wie’s der kategorische Imperativ einschärft.
     O Allergelehrteste! wie seyd ihr so dumm, wenn ihr die Bücher zu Hause gelassen.
     Ihrer ein Theil aber hat den guten Theil in dem Streite gewählt, und ist gut gefahren und hat Ehre eingelegt wie immer.
     Trophäen haben sie untereinander sich abgeschlagen, so lässt aus einem Oxhöfft Schande durch Destillation sich wohl ein Tröpfchen Ruhm noch abtreiben.
     Andere haben auf helfenbeinernen Stühlen mit falschen Bäten gesessen, sie wollten gern ja Ruhe und Frieden behalten im Hause; da sind die Zänker gekommen, und haben ihnen die Bärte zerrauft, und sie von den Stühlen geworfen, und sie wurden von den Hufen der Rosse zerstampft.
     O kläglich Gesicht, wie alle im Kothe umhergestreut sich krümmen und winden, durchsucht den Auskehrigt ja sorgfältig und genau, ihr müsst den ganzen Geschmuck der Väter drin finden.


015

ein punksong ist nicht wer wir sind

den blues zu retten gib dich mir

was immer meinem rock and roll geschah

ein punksong spürt hier keinen schmerz

nicht angenehm was du daran vermisst

zu merken würdig sind die fakten macks

der punkt des blickpunkts

sieht die formel über feinde

wieder dient die tellsche hymne nur

den blues zu retten gib dich mir