Blatt 9 (Aus dem Harnisch der Väter ist das Gevögel gekrochen)


     Aus dem Harnisch der Väter ist das Gevögel gekrochen, und es umsumst unser Ohr nun ein unausstehlich Geschwirr.

     Marzepanfiguren hat die Natur wohl geknetet, und jeder ihre schöne Sentenz in die Eingeweide verbacken, mit Mühe und Sorgfalt haspelt die kleine Figur sie sich nun aus dem Leibe hervor.

     Doch es ist Alles nicht übel gemeint, so zieht denn hin euere Strasse in Frieden, aber sprecht doch, wir bitten euch drum, nicht mehr so teutsch mit hellenischen Buchstaben. Es schreyen die armen Seelen der Griechen immer im Fegfeuer auf, wenn sie es hören.

     Kommen die Ritter des rechts mit der Picke und dem Schwarzfell gezogen, grabt immer nur zu, es hat die Vestale die Keuschheit gebrochen, sie soll sterben bei Wasser und Brod.

     Zu einem Felsengeklippe haben die Menschen in Gesellschaft sich zusammengedrängt, da wühlen die Knappen geschickt unten im dunkeln Schachte nach Gold.

     Aber leider sind die Berge metallreich von innen, nimmer gedeihen Pflanzen, und Bäume und Blumen darauf.

     Diesen folgt ein unzahlbares Volk, wie Sand am Meere beweglich, der Winde Hauch weht die Bank in Hügel und Dünen zusammen, leicht zerstreut er nach allen Regionen sie wieder.

     O kläglich Gesicht, wie ist Aller vermahlen und verschwemmt und zermalmt in diesem Geschlechte, den rinnenden Staub in der Sanduhr des Todes nennen sie Menschheit, und dünken etwas sich drauf. Es kehrt der Engel um das Gefäß, und eine Geschichte ist abgeschlossen und eine Neue beginnt.

     Eilet von hinnen ihr flüchtigen Bilder, es krähet der Hahn, es wollen erlöschen die Feuer, seht es nahet schon der schwarze Ritter von ferne, er allein steht hohnlachend in der Mitte der wankenden Dunstschemen da. Fliehet eilig von hinnen, ehe er das Gefäß ergreift und zornig es umkehrt!

     Kriecht unter, kriecht unter, die Erd ist euch gram.

     Wohl gesprochen, ihr Weiber, vor allem weislich und klug, seht wie sie eilen, also ob die leere Spreu Beelzebub jagte. Schürt denn von neuem die Feuer, kehrt er von der Verfolgung zurück, werden wir schmaußen und die Beute vertheilen.

     Sind die Narren zur Ruhe gebracht, dann rührt sich verständiges Volk.


020

mit dem zitterer darüber sprechen

marmelade ist ein sieg über die sonne

die sitzung die sonne der begleitautomat

und drinnen der fluss

du hängst mit mir und doon herum

aug in aug mit der pflanze

du hast dich ins quecksilber verknallt

aug in aug mit episode zwei

“Es ist fast gar keine stimmung vorhanden …” (Ankündigung, Lesung in Köln)

Einladung zur Lesung

am Freitag, 14. September, 19 Uhr

“Es ist fast gar keine stimmung vorhanden …”

Lesung mit Texten zu und aus der Schweiz und Liechtenstein

Es lesen:

Hartmut Abendschein aus “Dranmor”

Stan Lafleur aus “Das Lachen der Hühner”


Musik:

Egon Zähringer, Stimme und Örgeli

kunstraum dellbrück

Bergisch-Gladbacher-Str. 1116

51069 Köln

http://www.kunstraum-dellbrueck.de

@etkbooks twitterweek (20120825)

so ists recht. akzeptiere das neutrum. / Ritsert, Jürgen: Theorie praktischer Probleme. Marg. z “Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis” 2012 #pipeline / nbp: Blatt 8 (werden wieder gemeine Fischer daraus.) http://bit.ly/P2czHW / nbp: 019 http://bit.ly/SkTEr0 / operiert an der kitschgrenze. / nbp: Vernissage sondern / Dranmor (Bilder) http://bit.ly/PQuO2W / die kürbiskerne sind verschwunden. / “die Allert-Wybranietz der Postmoderne,” / nbp: 04 (tripp trapp man) http://bit.ly/SGSu6w / Kommissarin Lacan #zdf /ein schwedengedicht / reimt sich nicht / (oder nur selten) / PLUS:  Neuübersetzung von James Joyce’ frühen Aufzeichnungen =Giacomo Joyce” http://albannikolaiherbst.twoday.net/stories/129661160/



(endreim)