@etkbooks twitterweek (20130622)

@PostDirk @etkbooks Braucht Literatur Chancen? Ein Sonnenplätzchen? Hat sie schon Bachmannflecken? Die Arme, dann Passig sei Dank. / Das Aus des Bachmann-Preises ist eine grosse Chance für die Literatur. / was würde merve tun? / nbp: M15 (02) http://bit.ly/19TVlWP / nbp: 056 http://bit.ly/18Z5F0b / @GregorKeuschnig @etkbooks Dankeschön. Fast überall ist Liste der angezeigten gelesenen Beiträge begrenzt.Und man erkennt nicht, wie oft man abonniert wurde / @GregorKeuschnig den hier könnte man noch probieren: https://inoreader.com/ … ist schon sehr nah dran am greader … / jeder scheisshaufen wächst ab einer bestimmten grösse von alleine. #funfact / Heute, 20h, Dampfzentrale: Literarische Auszeichnung des Kantons Bern für “sondern” (etkbooks) von Li Mollet http://www.abendschein.ch/index.php/site/comments/literarische_auszeichnung_des_kantons_bern_fuer_sondern_von_li_mollet/ … / nbp: Schellendiskursli / Schellenexkursli (02) http://bit.ly/18ULOz8 / 100% loslabern hier http://trunc.it/nlwm9 – herrliche analyse hier http://trunc.it/mvkbn / nbp: 43 (mein bachmannpreis (und noch 3 andere)) http://bit.ly/15brWAt / das blut-und-boden-drolligkeits-dispositiv. / identität und drolligkeit. / immer, wenn gesagt wird, xy “ist ganz nah bei seinen Menschen, diesen Bergen. Nahe bei seinem Blut”, stirbt irgendwo ein kluges murmeli. / neues blut, neuer boden. / thundercat takes thundercrack. / die transliberalen. / PLUS: die etkbooks-vitrine der münstergass-buchhandlung, http://www.etkbooks.com/impressum



(was würde merve tun?)

M15 (02)


(den) kon

w

gleich jan 

unter die ko

gefun

(die) kontroll

in einen handlungsbedar

(nach) im a

(ein fahrer) erkl

nichts zu tu

jean marie leblan

der dir

Trolleuren gesagt

O er gestürzt ist

Ullrich (mit einem mittel)

Rtisoide

Den

Eure gerieten dadurch

F (schauten)

Rtikel

Aert

N

C (hat)

Ektor



 

056

wie schön du

deine glocke läuten lässt

zur katholischen mode

einer kassettenversion

dann ruf mich an

in der disco

mit deiner liebe zum elend

wenn das gebiss klappert

in der mittelalten seele

ist es die kunst als teenager

einen blazer zu tragen

wenn sieben viertel dieses ufers

sind der tragödie erster teil

Schellendiskursli / Schellenexkursli (02)

Schellendiskursli, Szene 02

dass welt ein bilderbuch sei voller
bilderbücher hier das setting einer
kleinfamilie knapper stunde null gewisser
religionen schöpfungsakt (breit aufgestellt) von
heiligen familien muttern (rot) und vatern in
dezentem (grünen) blau stolz jakobinisch heisst
dann (logisch) nachwuchs bärchen
ursli das archivgesicht noch aus der
andern zeit ein buch in buch im buch
ein jesus sternbild wunschpunsch aller pärchen

was kann ein haus nicht alles sein als
buch als allegorisch fein gedachter ort erzählter
klein und grossgeschichten keller eingang
tore fenster öffnungen in die zu schauen lohnt
schornstein und vater raucher einer tuts
der andere nicht in diesem nu das
hausgesicht ornamentiert partiell kopf hirn und
heimat weiter namenloser elternschaft fungiert
reproduktion noch grösserer maschinen ich ist
eine werkstatt medien (dort ein vogel) tun dies kund


Zeichnung: Livio (7)

Schellenexkursli

(02) psyche, speicher, medien. mit dem willen zur kreativen interpretation ausgerüstet, werden wir wieder zurückgeworfen auf die gemachtheit dieses ereignisses und ortes als vielschichtigen text. in die buchform, die alle noch so auseinanderstrebenden (be)deutungsmöglichkeiten miteinander verbindet und rundet. ein buch schafft ordnung und zuversicht. sich die welt als buch vorzustellen (aurelius augustinus), gibt ihrer lesbarkeit einen rahmen, der die richtigkeit des passierenden unterstreicht. dass das urslielternhaus ornamente trägt (spiralen, tiere), die hier schon in versatzstücken später erzähltes enthalten, betont die wichtigkeit tiefenstruktureller beobachtung. dass wir geradezu mit einer familienaufstellung (nach hellinger) konfrontiert werden, einer methode der systemischen psychotherapie, ermuntert uns, den text auch psychoanalytisch zu berühren. er bietet dann mutter- und vaterfigur an zur identifikation und zum eintauchen in die struktur der kleinfamilie, und markiert diese als ausgangspunkt eines sich in auflösung befindlichen systems, auf dem weg zu einer neuen westlichen gesellschaftsform: dem losen verbund einer singlegesellschaft. aufsteller ist hier: der erzähler. kann dabei die farbwahl des bildes zufall sein? die mutter trägt die farben blau, weiss, rot – diejenigen der französischen revolution, wir nehmen das als stützenden beleg. historisch-strukturelle diskontinuitäten sollen aber nicht verschwiegen werden. ebenso finden sich auch: die heilige familie mit dem filius jesus, der vater (josef), ein handwerker (zimmermann). das haus ist der ort der heimat, der sohn zum reisen bestimmt. diese religiöse familia steht als literatur und als entwurfsvariante der psychoanalytischen gegenüber. gemeinsam werden diese bilder gespeichert in einem, dem literarischen archiv, und haus und umgebung zu dessen allegorie verdichtet: die menge der öffnungen, räume, auch als speicherfiguren unterschiedlichster situationen und handlungen. (im verhältnis zum kleinräumigen maiensäss, später, dem erweckungsort und ort der entbehrung:) wir nehmen einblick in ein raumgebilde, dessen reduktion eingeleitet werden muss, um (in der ausbreitung, in der narration) neues erzählen zu ermöglichen. das haus (mit seinen funktional unterschiedlichen teilen) fungiert aber auch zugleich als konstruktionsplan oder modell eines gehirns, in dem genau diese auseinandersetzungen und verhandlungen theoretisch stattfinden. das bild (mit haus, eltern etc.) wird zudem nicht perspektivisch abgeschlossen. ein – als randfigur – hinzugefügter vogel observiert diese szene. unsere beobachtung des vogels (als medium) macht uns leser zu beobachtern des beobachters. wir werden also auch als beobachter zweiter instanz verpflichtet. nur eine spielerei? zumindest drängt uns diese konstruktion eine weitere möglichkeit auf: nämlich die einer systemtheoretischen textbetrachtung.

Leseprobe zu:
Schellendiskursli / Schellenexkursli.
Eine poetische Analyse des “Schellenursli”
mit einem Kommentaressay
und zahlreichen Illustrationen
sowie einem Nachwort von Elisabeth Wandeler-Deck
Von Hartmut Abendschein