Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 03/2019)

Schlimmertunk.
 
 
 
 
Sprachaosmos.
 
 
 
 
Busso von Alpenkleber.
 
 
 
 
Deutsch von Arno Bitch.
 
 
 
 
Der schwarze Winterbaum, der verzweifelt den blauen Himmel zerkratzen möchte: Schweig doch, Welt, schweig!
 
 
 
 
Das Streicheln über Kinderhaar und Tierfellchen heißt: Diese Hand kann zernichten. Sie tätschelt zärtlich das eine ›Ding‹, bevor sie das andere niederschlägt, und ihre Wahl hat mit einer möglichen Schuld des Opfers nichts zu tun. Die Liebkosung illustriert, dass alle vor der Macht dasselbe sind, dass sie kein eigenes Wesen haben. Dem blutigen Zweck der Herrschaft ist die Kreatur nur Material.
 
 
 
 
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Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 01/2019)

Sollte die eigentlich doofe Schöpfungsgeschichte mit der Vertreibung aus dem Paradies wirklich die märchenhafte Manifestation des Dramas der Urverletzung der harmonischen Welt des Säuglings sein? Papa bös? Und Mama ist ja eh die Schlange (wenn man hebräisch kann). Aber was ist dann der andere Schöpfungsmythos, die Schaffung in sechs Tagen? Das Licht-Erblicken und -Erfassen?

 

Mundmotorik.

 

Blitzkerl Bruder? Betriebsnudel Scheelmichel!

 

Poetikklischees (und schléchte nóch dazú, weil fálsch gerádezú): Die Dichtkunst ist ein Geweb’ ew’ger Zeiten / Verknüpfter Fäden Federführung … Bla bla bla, der beste Teil, mein Teil ist hier, und Du, lieber Fritz, gleich nach Herder Deutschlands größter Mumpfer, und also darf ich, wie der geniale Goethe schon empfand und empfahl, mit Empathie und grunzgrunzgrunz …

 
 
 
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Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 12/2018)

Auditus, Visus, Gustus, Odor und Tactus schleichen sich in Futterliebs Wohnung und spielen mit ihm ›Ding-Dong‹: Hey, wie schön die Welt kann sein!




Was singt Karl May so fröhlich-feucht-trocken in seinem bescheinigten Doktorn-Englisch: I did’m my way!
Das einfache Schweizer Volk: Der Witz ist – Ich: Geklaut. Wie May das so treffend konnte.




»Die Mehrheit im Bundesrat hat nicht studiert!« – Sie schreiben es, als müssten sie stolz sein drauf.




A: Lasset uns das, was wir in der Nähe zu finden verweifeln, am Rande eines selbst erdachten Ziels im täuschenden Nebel der ungemessensten Entferung zu erkennen glauben. B: Hauptsache kein Nabel.




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Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 11/2018)

»Offensichtlich argumentiert Adorno von einer ›privilegierten Erkenntnisposition‹ aus …« – ja klar, was denn sonst?!
 
 
 
 
 
Denn was ist ›Leben‹ für [u]nordentliche Leute im Ansehen der Welt: Es ist häufig sinnlos, auch mit der Literatur, und einsam. Helfen kann oft nur der eine Mensch, einer, der so empfindet wie man selbst: Zweisamkeit aus zwei Einsamkeiten mit seiner Frau. Diese intensiven Momente der Zweisamkeit, der wirklichen ›Zweisamkeit der Einsamkeiten‹ ist viel wert, manchmal sogar alles: Und wenn es das Leben kosten sollte, die Stunde war das Leben wert.
 
 
 
 
 
Es war gestern nicht so gut, heute kaum besser, morgen wird es schlechter sein und übermorgen ganz schlimm.
 
 
 
 
 
Jedes Kunstwerk ist an eine Form gebunden: Text, Musik, Pinselstriche etc. Dabei kann die Form etwas aussagen über den evolutionären Stand des Künstlers und/oder des möglichen Publikums. – Außer man würde statt einer Form, die im Rezipienten etwas auslöst, gleich das Auslösen in seinem Körper setzen: also etwa eine Droge entwickeln, die dem Konsumenten die Synapsen so verändert, dass er meint, das wunderbarste Musikstück ever zu hören. Vielleicht lösen solche Substanzen in Zukunft die Kunstwerke als solche ab …
Er: Das ist so 1960er-Jahre!
 
 
 
 
 
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