Freitag, 30. Juli 2010

2007-12-25 oder Wie vorbesprochen, werden

oder nur
lorbeer ingwer kardamom

zimt zimt
reis reis hühnerbein

reis reis
ich fresse dich

oder Wie vorbesprochen, werden wir Sie übermorgen, d.h. am 27. Dezember im Laufe des Vormittags besuchen. Bitte teilen Sie uns mit, wie wir am besten hinkommen. Bitte telefonieren Sie bald, damit wir die Fahrt organisieren können. Und senden Sie uns doch die Wegbeschreibung auf diese e-Mail-Adresse! Elisabeth Wandeler-Deck und Urs Graf. oder Ich danke Dir für den Gruss, hier angekommen nach einem weitern Ausflug in die Pyramidenlandschaft ausserhalb von Kairo. Heute ist ja Weihnachten – davon merkt man hier nur ganz wenig, da die Kopten wie andere Orthodoxe erst am 6./7. Januar feiern. oder Dein Neujahrsgruss ist eingetroffen wie schön

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text #5453 (ewd) ∈ tagumtag kairo
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Donnerstag, 29. Juli 2010

The Chomskytree-Haiku (Rhizome): Exposé / Paper

“Make rhizomes, not roots, never plant! Don’t sow, grow offshoots!”
(D/G, 1000 plateaus)

Hartmut Abendschein
The Chomskytree-Haiku (Rhizome) / TCT-H (R)
Online-Doku, 2010ff.:
http://tcthr.etkbooks.com/

Das The Chomskytree-Haiku (Rhizome) untersucht und visualisiert die in pragmatischen Texten enthaltenen poetischen Elemente und Strukturen und behauptet diese als Bildtexte mit ebenbürtiger Bedeutung. Pragmatischer Text, wie vorhanden in einem Ferienhäuschen am Sarner See, hauptsächlich aus regionalen Informationsmedien (Din A5), wurde markiert und gestaltet. Die Markierungen bezeichnen extrahierte Wortmaterialien, die gleichzeitig durch visuelle Strukturen (in Anlehnung an das Baum-Paradigma von Noam Chomsky) und der poetischen Idee der generativen Transformationsgrammatik präsentiert werden. So gewonnene Elemente orientieren sich an haikupoetologischen Prinzipien (Zeitigkeit, Zeiligkeit, Silbigkeit, Bildräumlichkeit). Umlagernde Wortwolken (tag clouds) und Kategorien werden durch Unterstreichungen (rot / blau) dargestellt und runden das einzelne Image (insgesamt sind es 10) ab bzw. öffnen (und schliessen gleichzeitig) einen semantischen Bewegungsraum jedes einzelnen Haiku und seiner visuellen Struktur. Die Bemusterung der Images mit funktionalen QR-Codes unterwandern diese gleichzeitig mit einer anderen Bildsprache. The Chomskytree-Haiku (Rhizome) ist in diesem Sinne eine Konzeptarbeit, die auch umfänglich im Internet dokumentiert und fortgeführt wird. Ihre Rhizomatik ergibt sich aus dem zugehörigen Ausstellungs- bzw. Installationskonzept. Die einzelnen Originalseiten wurden gerahmt und diese werden in der im einzelnen Blatt zugrundeliegenden Tree-Ästhetik gehängt, sodass im Gesamt wiederum ein als Metastruktur gedachtes Bild-Text-Strukturinstallat sichtbar wird. Eine Hängung bzw. Szene soll nur von kurzer Zeit sein (bis zu 4 Wochen), dann soll ein Ortswechsel und eine Variation der Elemente erfolgen, die aus synchronisierter Perspektive die Kontingenz und „Mannigfaltigkeit“ der Elementverknüpfungen thematisiert. Das Ergebnis und work in progress ist ein polyvisuelles, polytextuelles, polystrukturelles und polytheoretisches Image. Ein wesentlicher Theoriebaustein, der Baum bzw. die Wurzel als Denkfigur und Organisationsprinzip wird mit seinem Theorieantagonisten, dem des Rhizoms (nach Deleuze/Guattari, als Figur der Kontingenz und Allesmitallemverbundenheit) kontrastiert. Das so zeitlich und räumlich arrangierte The Chomskytree-Haiku (Rhizome) befindet sich in kontinuierlicher Transformation und versteht sich auch als Beitrag einer posttheoretischen Theorie.

Elemente / Destillate

Blick in die Ferne
Die Zeitspanne des Auges
ist keine Krankheit

ein Gast mit Koffer
ein Gespräch über Tiere
am nächsten Morgen

die feinsten Töne
nochmals verbessert die Zeit
freut sich die Chance

Bei Frühlingswetter
Der Gegner Vergangenheit
unter Kontrolle

Sommer der Sorgen
Hände vermeiden Körper
Haut Schichten Tage

April des Lebens
Das Begehren entscheidet
Behauptetes Recht

Vor uns liegt Natur
Wo man sich mit Wald bedeckt
Wandern die Gipfel

Sonniger Balkon
Ein neues Wohnerlebnis
eigene Autos

Am Abend das Fest
Der Sieger dieses Turniers
Nicht von Bedeutung

Hinter der Brücke
Beinhaus der Bibliothek
das Blaue Zimmer

Raum (Szene 1)

Mittwoch, 28. Juli 2010

Schläuche (notula nova 92)

Ein Traum, mittags: H und S liegen auf einem Garagendach in einem Schlafsack; dann fallen sie von dort auf den Rasen. Schreie. Schnitt. (Gerade bei Regen: Vätersprüche verwenden: “Ist gut für den Rasen”. Erweitern (Symbolmord?) bei Kälte: “Ist gut für die Gletscher”. Undsoweiter. Eine Art symbolischer Vatermord in dieser Tradition ist es auch, solche Wendungen an nicht ganz todsicheren Stellen zu platzieren.

Tradition
Variation
Metonymie

Ironie
Erfindung
Doppelte Gesten

Und: das Internet ist ja eigentlich nur ein technisches Dispositiv und hat nur wenig ontologische Beschreibungskraft. Besser wäre es vielleicht von einem “on dit” zu sprechen. (Andererseits: Franz arbeitet ja auch gerne mit Motiven und Figuren der Literaturgeschichte. Man kann also sagen, er arbeitet in und mit dem “deep web”.)

Aber warum denn, Herr K? Die Autorschaft war lange genug nützlicher Protagonist der Rezension und hat dementsprechend das Interesse befördert. Nun, da die Brennweite irgendwann zu scharf und das Terrain um die Haut zu heiss und der Busch in Brand gesteckt ist, soll man mit dem Schlauch kommen?

Wenn Autorschaft als Hauptbürge für die Authentizität eines Textes herhalten muss, der auch noch wahr sein will, zur Vermarktung und Verwertung (bis ins letzte) herangezogen wird, hören die Fragen nach dem Autor doch nicht beim konstruierten Autorenimage auf. (Heut kommt Besuch aus Köln. Der Dichterlektor und die Malerinlektorin. Mal sehn, was die dazu sagen.)

Dienstag, 27. Juli 2010

Jung, Roland: Der Schnittpunkt (u.a.)


’Der Schnittpunkt’, für Hans Sahl 1991 (Plot, Handschrift auf Papier)


’Brandzeichen’ Installation 1997. (Karton, Laserlochung und Laserbrand nach Jung-programm).
Duo-Austellung mit Vera Röhm im Palais Preysing, Ladenburg/D


’Schleierkonen’ Realisierung 1997. (Streckmetall, Laserlochung aus Jung-programm)
Teilansicht der Ausstellung: „in durch aus“ Galerie der Künstler, Maximilianstrasse München/D


Mixed 6 , Random 3 (Plot auf Folie und/oder Papier aus Jung-programm) 1993
Weitere Informationen dazu in Tabea Lurk: Programmes as space for thought? Notes on the origins of Swiss Computer Arts. In: Visual Arts; The India Habitat Centre’s Art Journal. Vol 9, April 2008 – March 2009, (New Delhi 2010) S.61, 67-68 (Ausschnitt PDF)

Roland Jung, geb. 1941 Mannheim/D, lebt in Zürich. 1952-1957 Malklasse der Kunsthalle Mannheim, Ursula Wolff-Krebs. 1957-1960 Städtische Webschule Mannheim, Elfriede Enderlin-Burgdorf. 1961-1962 Freie Akademie der Künste Mannheim, Paul Berger-Bergner. 1979-1983 Lehrtätigkeit an der KGS Zürich und Gastdozent für ‘experimentelles Gestalten’ an der KGS Basel/CH. 1991/92 Gastprofessur Gutenberg Universität Mainz/D. Einzelausstellungen, Beteiligungen, Veröffentlichungen durch Presse, TV und Rundfunk. Dokumentationen / Arbeiten auf Video, DVD und CD-Rom. Graphische Arbeiten. Plastiken, Installationen.


’SATOR …’ Biel 1984. Fotocollage Roland Jung und Mark Huber (Baar).
Mehr: hier und hier und hier ...

text #5450 (kxt) ∈ kontext
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