kommentare
hinweis: bitte erst denken, dann schreiben! kleine tippfehler werden von uns stillschweigend korrigiert. unflat wird kommentarlos gelöscht.ich habe diese frage befürchtet. nein, erwartet, auch wenn ich noch nicht so gut mit antworten gewappnet bin. vielleicht kann mans lesen. es würde aber wahrscheinlich eher in die richtung entziffern gehen. und auch dieses wird teilweise scheitern, wie auch die maschine scheiterte, die versucht hat, diesen text zu lesen (OCR). es entstand dabei etwas ganz neues, was man vielleicht auch als ungewollten experimentaltext bezeichnen könnte. oder ein produktives missverständnis. aber sie meinen wahrscheinlich die winzigkeit der schrift. (diese wird es sicher auch mal in angemessener grösse geben, aber ich will hier ja nicht mein ganzes pulver verschiessen).
worum es mir hier aber geht, ist die reine schriftlichkeit, die durch schwerlesbarkeit zu einer umso mehr ästhetisch zu begreifenden wird. also muss man obiges (im verein mit seinem übersetzungsversuch) vielleicht als bild ansehen. als zeichnung. und den “text” nicht mehr diachron sondern synchron zu lesen versuchen. man muss ihn vielleicht betrachten. und vielleicht gibt er wiederum in serie (eine serie von “bildern” damit) etwas preis, was einem leicht lesbaren text schwer fällt.
im grunde ist dies hier ein (sehr anachronistischer) versuch, das sogenannte “private”, das sich im internet / in vielen weblogs etc. inszeniert, durch tatsächlich privates, oder sagen wir: privateres, nämlich durch eine handschrift zu überbieten ...
nun könnte ich, um nur meine persönliche schrift (und man kann die nun hässlich finden oder schön, aber darum geht es ja nicht unbedingt) gegen einen strom von textversatzstücken zu setzen, irgendeinen text abschreiben. aber tatsächlich ringt und verhandelt diese ichschrift, auch, wenn sie nur schwer lesbar zu sein scheint, um genau den gegenstand - wie im titel angedeutet: das selbst, seine schrift und ihr ästhetisches. ich fürchte, ich kann an dieser stelle noch keine vollständige antwort bringen. aber hilft das ein bisschen weiter?
kleiner nachtrag: sie sehen oben und auch im noch folgenden bild lediglich eine skizze bzw. einen entwurf dieser serie, der allerdings schon mit den technischen mitteln umgesetzt wurde. beginnen wird der haupttext mit “is002” ...
eine aussergewöhnliche antwort muss ich sagen! ja, ich denke, ich habe eine vorstellung von dem, was sie meinen. aber ist es nicht so, dass, wenn man die schrift zu entziffern sucht (und es ist natürlich schwer, dies zu unterlassen, besonders, wenn man in einem literarischen weblog gräbt), das “bild” dadurch zerstört wird? würden sie diese “ichschrift” also hauptsächlich als zeichnung betrachten?
zunächst: ja. also ist es ein “zunächstbetrachten”. bei einer intensiven bildbetrachtung würde “ich” sich dann aber auch irgendwie bald selbst mit ins bild stellen. (vermeintliche oder nicht) tiefenstrukturen zu erkennen suchen. interpretieren. und nun kommt die teilweiselesbarkeit wieder ins spiel. man würde vielleicht mehr und mehr erkennen. decodierenkönnen. muster, wiederholungen ausmachen. und so langsam weitere bedeutungen finden. es entsteht hier vielleicht erst aus der betrachtung weitere lektüre. (in einer zeit der schnell zu konsumierenden texte ist das natürlich reines gift. und möglicherweise kein unbedingt weblogaffiner inhalt).
also wenn man das bild mit abstand betrachtet und dazu mit den augen blinzelt, könnte man einen kochtopf erkennen, der buchstaben dampft, also, im übertragenen sinne wären diese z.b. gedanken, die man in worte fasst.


