Kleine Zettelkunde III (EuD)
(Auf dem Rücken)
Ein Klappen- oder Backcovertext sollte ja nicht zu viel, aber auch nicht nichts sagen. Nach langem hin und her einige ich mich auf diese kleine, kryptische Form. Vorerst.
In über 300 Einträgen und zahlreichen
Verweisen kommt das Ungerade zur Sprache.
Etwas, das nicht problemlos durch zwei teilbar ist.
Etwas, das nicht im Moment passiert.
Etwas, das nicht im engsten Sinne rund ist.
Man erhält den Eindruck, es handle sich um
die Sprache selbst.
p.s.: heute morgen kurz von der schönheit des wortes “vorerst” gestreift ... meint eine unbestimmte gegenwart, zeigt aber auch mit krummem finger auf geschichte. so etwa.
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kommentare
hinweis: bitte erst denken, dann schreiben! kleine tippfehler werden von uns stillschweigend korrigiert. unflat wird kommentarlos gelöscht.dem “vorerst” nah verwandt ist das “vorläufig”: meint etwas, das vorausgelaufen und etwas voreilig vorgefallen ist. ein fall aber, der nicht unumkehrbare folgen zu haben scheint, wie das wort auch besagt.
(der klappentext ist schön. die vierte zeile scheint mir aber etwas aus dem kontext zu fallen. alle anderen spielen entweder auf das “ungerade” (nicht durch zwei teilbar, nicht ganz rund) oder auf die “sprache” an. das warum für die zeit, die von der vierten zeile ins spiel gebracht wird, leuchtet nicht unmittelbar ein.)
kleine ungereimtheiten, die alles ins wanken bringen oder erst ins rechte licht rücken.
sorry, erst jetzt habe ich’s begriffen! oh mann-o-mann… stehen lassen, unbedingt stehen lassen!
der satz ist da so schräg reingebaut, der kann gar nicht umfallen. im ernst bzw. 2 dinge dazu: er spielt darauf an, dass oft abstrakta verhandelt werden, sprachdinge also, die keine “natürliche” referenz haben. zudem werden oft diese “dinge” gründlich (aber meist produktiv, s.a. “zur sprache kommen") missverstanden, was ebenso in der natur ihrer sache liegt ... so war das gemeint.
p.p.s: das wort “vorerst” ist natürlich mindestens so grausam wie schön wie vorläufig ...
ob meiner ersten unfähigkeit, die so offensichtlich klare vierte zeile als zwingend in der reihe der anderen zu sehen, ging ganz unter, was ich auch sagen wollte: dass nämlich als text fürs backcover das ein schöner, lockender text ist.
(p.p.p.s: in “vorerst” steckt ja auch “vor dem ersten”, was geradeheraus gemein ist. da wähnt man sich als sieger, und dann das...)
die reihe p.s. bis p.p.p.s. zeigt übrigens, wie da ein wort zerpflückt werden kann. das nun als praktisches beispiel.
p.p.p.p.s: wenn man von “vorerst” zu “allererst” gelangt, dann hat man das spiel definitiv zu weit getrieben. dann ist alle magie dahin. man pflückt ein blütenblatt nach dem anderen (ich liebe dich, du liebst mich nicht, etc...) und am schluss wirft man das zerpflückte weg. schade um die blume.

