Mittwoch, 21. Juni 2006

Mutmassungen II

Warum er mit seinen Spiegelbildern immer zufriedener war, als mit den Photographien seines Porträts? Zeigten sie nicht etwa das gleiche? Sicher war es die innere Flüchtigkeit der vermeintlich stabilen Oberfläche, die ihn irritierte.

text #4249 (hab) ∈ epigramme
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kommentare

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#1

ganz ganz kleine rückfrage: bezieht sich die innere flüchtigkeit auf das spiegelbild oder die photographie? bezieht sie sich auf ersteres, ergibt sich aus dem textganzen eine zufriedene irritation…

mah  am  21.06.06
#2

ursprünglicher gedanke: es bezieht sich auf letzteres. die innere flüchtigkeit der oberfläche der photographie. (das spiegelbild wirft nur zurück. und zwar in echtzeit, d.h. einen sehr kurzen zeitausschnitt. die photographie dagegen eine ganze periode, die natürlich nur vermeintlich stabil ist, weil rückwärts festgenagelt und interpretiert). du kannst es syntaktisch natürlich auf das eine ODER andere, oder: das eine UND andere beziehen. so verstanden, ist das vielleicht im verhältnis zu der ersten version wirklich angenehm irritierend ...

hab  am  21.06.06
#3

alles klar. ich bezog die stabile oberfläche auf den spiegel (meist sehr hartes material wohingegen die photographie sich verbiegen und zerreissen lässt) und auch die innere flüchtigkeit passte gut zum spiegelbild, gerade weil es nicht wie die photographie “fest"-hält. daher die verwirrung. 

mah  am  21.06.06
#4

vielleicht sind das verwirrungen, die zwangsläufig aus der reflexion der dinge entstehen. ein angenehmer schwindel auf dem rollercoaster.

hab  am  21.06.06
#5

sehr schön! reflexion = spiegelbild der dinge (gerade im oben diskutierten zusammenhang! hach…

mah  am  21.06.06
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