über gemüse
kein reim auf spargel
leer bleibt sein platz im gedicht
dunkel sein wasser
entpfropfte erde
süsslich die schollen im herbst
rübenrot bluten
sattgelbe körper
mehlig bis fest kocht das fleisch
hautkranker knollen
ihr inneres ding
interessiert die bohne
kurz vor dem verzehr
immer ein gleiches
schicht um schicht abgetragen
fenchels geheimnis
form gegen inhalt
kürbisblick leuchtet den weg
zu seiner suppe
triumpf der natur
feldsalat ackert im wind
dazwischen gräser
kommentare
hinweis: bitte erst denken, dann schreiben! kleine tippfehler werden von uns stillschweigend korrigiert. kommentarlose löschungen behalten wir uns vor.hätte nicht gedacht, dass ein gedicht über “gemüse” in irgendeiner form interessant wirken könnte! nun, sie haben mich eines besseren belehrt…
dabei ist gemüse ein unheimlich interessantes thema, das wirklich sehr stiefmütterlich (s.a. zeile 2) behandelt wurde und wird. nicht ganz im feld der naturlyrik, da der mensch ja erst natur zu gemüse macht. aber auch nicht relevanter realismus jenseits der kochtöpfe. eine kulturanthropologische leerstelle, die es noch zu bepflanzen gilt. ein anfang ...
Auf Spargel reimt sich:
- Haargel (!!)
- Quargel (Sauermilchkäse mit Rotschmiere)
- Gargel (irgendso eine Pastete mit Schwein)
Auf das erste kann ich gut verzichten, aber ein Teller ganz ohne tierische Produkte löst bei mir schwerste Depression sowie Verdauungsstörungen aus (letzteres nur, falls es mir gelänge, reines Grünzeug runterzuwürgen - das ist bestenfalls Beilage.)
Das Gedicht ist kulinarischer Nonsens, aber als Gedicht wunderbar.
na, das lässt sich doch fast alles bestens in schweineschmalz frittieren. wär das dann formal so in ordnung?
Ja, so würds gehen. Das Gemüse muss einfach so verkocht sein, dass man davon nichts mehr schmeckt, und mit Unmengen Käse überbacken.
(Ich habe eben ein Trauma. Es hat mich mal jemand zum Essen eingeladen und ich merkte erst, als ich nicht mehr rückwärts raus konnte, dass wir in einem Vegirestaurant sassen. Was für ein Alptraum.)
darauf noch nen nachtisch. Deep fried Mars-Bar - frittierter marsriegel im backteig. glasgow lässt grüssen ...
Iiiihh! Also das ist schon wieder kulturlos. Ausserdem ebenfalls nicht-carnivor. Aber der Schwierigkeitsgrad “simpel” gefällt mir.


