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    <title>30. Schachtel (Seelen, Reste)</title>
    <link>http://www.abendschein.ch/site/comments/30_schachtel/</link>
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    <dc:language>en-us</dc:language>
    <dc:creator>info@abendschein.ch</dc:creator>
    <dc:rights>Copyright 2007</dc:rights>
    <dc:date>2007-06-29 T;06:44:01+01:00</dc:date>
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      <title>Kommentar von hab</title>
      <link>http://www.abendschein.ch/</link>
      <description>Von beseelten Schachteln


Die “Geschichte der Cronopien und Famen” von Julio Cortázar enthält sehr wenige Hinweise zum Aussehen der Cronopien, Famen und Esperanzen (an einer Stelle werden die Cronopien als “nassgrüne Dingerchen” beschrieben, das war’s). Ein sensibler Leser verstünde diesen Mangel als implizite Aufforderung, sich von diesen Wesen keine Vorstellung zu machen. Wie denn auch: Ihr ganzes Universum misst (im Suhrkamp&#45;Satz, Taschenbuch&#45;Ausgabe) nicht mehr als zwanzig Seiten. Diese Distanz ist in wenigen Minuten abgelesen. Doch als die Zeit verstrichen war und ich das Ende des Universums erreicht hatte, schwebte die Frage in dieser klitzekleinen Luft: Wie ich mir einen Famen vorzustellen habe.

Wieso nicht als Schachtel? Mit etwas Vorstellungskraft sehe ich die Schachtel Tregua und Catala tanzen, kein Problem. Ich sehe die Schachtel einen Eukalyptus&#45;Baum fällen, sehe Schachteln die Weiber der Cronopien schwängern, usw.

Weil aber kein Universum alleine steht, hat die angenommene Schachtelform der Famen Auswirkungen auch auf diese Schachteln, über denen nun plötzlich der Verdacht der Beseelung liegt. Ist ihnen einmal eine Seele zugesprochen, sieht man sich gezwungen, Schachteln auch einen eigenen Willen zu unterstellen. Was sie unheimlich macht.

Das bliebe also noch zu tun: die 30 Kapitel der “Geschichte der Schachteln” neu zu schreiben. Denn sie stapeln sich nicht nur in unseren Kellern. Sie wandeln unter uns und stehlen unsere Sachen, manchmal sogar unser Leben. 


quelle: hanging lydia</description>
      <content:encoded><![CDATA[<p><i>Von beseelten Schachteln
</p>
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Die “Geschichte der Cronopien und Famen” von Julio Cortázar enthält sehr wenige Hinweise zum Aussehen der Cronopien, Famen und Esperanzen (an einer Stelle werden die Cronopien als “nassgrüne Dingerchen” beschrieben, das war’s). Ein sensibler Leser verstünde diesen Mangel als implizite Aufforderung, sich von diesen Wesen keine Vorstellung zu machen. Wie denn auch: Ihr ganzes Universum misst (im Suhrkamp-Satz, Taschenbuch-Ausgabe) nicht mehr als zwanzig Seiten. Diese Distanz ist in wenigen Minuten abgelesen. Doch als die Zeit verstrichen war und ich das Ende des Universums erreicht hatte, schwebte die Frage in dieser klitzekleinen Luft: Wie ich mir einen Famen vorzustellen habe.
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Wieso nicht als Schachtel? Mit etwas Vorstellungskraft sehe ich die Schachtel Tregua und Catala tanzen, kein Problem. Ich sehe die Schachtel einen Eukalyptus-Baum fällen, sehe Schachteln die Weiber der Cronopien schwängern, usw.
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Weil aber kein Universum alleine steht, hat die angenommene Schachtelform der Famen Auswirkungen auch auf diese Schachteln, über denen nun plötzlich der Verdacht der Beseelung liegt. Ist ihnen einmal eine Seele zugesprochen, sieht man sich gezwungen, Schachteln auch einen eigenen Willen zu unterstellen. Was sie unheimlich macht.
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Das bliebe also noch zu tun: die 30 Kapitel der “Geschichte der Schachteln” neu zu schreiben. Denn sie stapeln sich nicht nur in unseren Kellern. Sie wandeln unter uns und stehlen unsere Sachen, manchmal sogar unser Leben.</i> 
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<a href="http://hanginglydia.skypaperpress.com/index.php/site/von_beseelten_schachteln/">quelle: hanging lydia</a>
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    <dc:date>2012-05-21 T;08:50:00+01:00</dc:date>
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