zettelkasten
zur späteren verwendung
natura naturans
Kluge: Das ist wahr, das ist naturwissenschaftlich erwiesen. Das hat schon Alexander von Humboldt entwickelt.
Müller: Ja. Und da gibt es auf den Bäumen eine Pflanze, eine Blume, die ihre Sporen abwirft auf den Boden, und da fallen sehr viele auf Ameisen, und diese Sporen arbeiten sich durch den Chitinpanzer der Ameisen in den Körper der Ameisen bis ins Gehirn und ändern das genetische Programm so, daß die Ameisen die Bäume hochlaufen. Wenn sie ganz oben sind, und es geht nicht weiter, krallen sie sich fest, sterben, und aus dem Kopf wächst die Blume.
GTD: My desk - diskret / Muss ich mein Leben ändern?
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Bobby Vacant & The Weary: Tear back the night
Immer, wenn der Dichter Tom Derungs vor seiner klapprigen Holzbaracke in seinem löchrigen, grünen Klappsofa irgendwo draussen an einem Waldrand in Indiana oder der Agglomeration Bern liegt, und es dämmert und das Fernlicht der Scheinwerfer einer nahegelegenen Landstrasse von dunklen Baumstämmen gebrochen wird, passiert etwas Unerhörtes.
Derungs Körper wird - wie von einer fremden Macht - geschüttelt und in ein anderes Wesen gemorpht und - als wäre dem nicht genug - es wachsen saitenbespannte Instrumente und Aufzeichnungsapparate aus dem schon nachtfeuchten Vorgärtchen.
Bobby Vacant, das alter ego Derungs, hat dann das Konzept übernommen, macht sich an der Textkunst Derungs zu schaffen und übersetzt diese in einen nostalgischen und doch frischen Sound all dessen, was sich idealerweise aus den Zutaten antifolkiger, countrybluesiger, indiegitarriger und - textlich - existentialistischer Schreibweisen verschmelzen lässt.
In “Don’t love me anymore” beispielsweise hören wir Referenzen auf gängige Joy-Division-Grundierungen heraus und Zeilen wie “my heart is black and torn”, was vielleicht als etwas pathetische Konstellation anmuten könnte, wäre da nicht Bobby Vacants selbstbewusste, baritonale Zerbrechlichkeit, die die oft dunklen Arrangements mit gehöriger Authentizität ausstatten.
Dylon, Pound, Camus ... das sind die Namen, die als Bezugsgrössen erkennbar werden, und in dieser Tradition werden Vacants Songs mit Stimmungen versorgt, sodass uns unweigerlich eine Vetternschaft mit Werken von Hansonis oder - on the other hand - the Johnsons Anthony (nach einer durchzechten Nacht, freilich) in den Sinn kommen mag.
Sind solche feinen Gebilde denn entstanden, werden sie, wenn schön abgespeichert und der Morgen graut, flugs zu George Reisch (Luxotone Rec., Chicago) geschickt, der diese als “The Weary” mit weiteren Instrumentenspuren anreichert und abmischt, sodass am Ende und als Ergebnis Bobby Vacant & the Weary mit ihrem jüngsten Tonträger Tear back the night zu Buche schlagen.
Bobby Vacant aka Tom Derungs bleibt aber dennoch auch dem gesprochenen und geschriebenen Wort treu. Zusammen mit der Lyrikerin Anne Blonstein bestritt und bestreitet er als poetisch-akustisches Duo Veranstaltungen in diversen Buchhandlungen und anderen Lokalitäten des Landes. Wir freuen uns zudem auf Vacant als Beiträger der diesjährigen Jubiläums-werkschau #5 ... Mehr dazu folgt in Kürze.
Tear back the nigth von Bobby Vacant & the Weary gibt es seit April über Bobby Vacant direkt bzw. Luxotone Records via Cdbaby.com sowie iTunes music store zu beziehen.
Contre Mann / Against Mann / Gegen Mann
Betreff: Grüsse vom Zauberberg
Liebe taberna kritika,
ich sende Ihnen und Ihren Leserinnen und Lesern beste Grüsse von der Schatzalp und wünsche Ihnen ein Gutes Neues Jahr ...
Ihr
Hans C.4 Anhänge
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