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zur bibliotheca caelestis
Bibliotheca Universalis
(M54)
Conrad Gesner, Bibliotheca universalis. Zurich, 1545, Paris, Bibl. de l'Institut

G7 PROJECT "ELECTRONIC LIBRARIES. Logo of Bibliotheca Universalis 'Planètes: les mystères de l'infini' by Grandville, in 'Un autre monde', 1844 (by courtesy of Bibliothèque nationale de France).
Hir blüht Natur und Kunst / und was man seltzam nänt
(M53)
DIß ist der traute Sitz / den Themis ihr erkohren.
Da Svada sich ergetzt / der hohen Weißheit Zelt
Das aller Künste Schaar in seinen Schrancken hält,
Vnd was berühmte Leut aus ihrem Sinn gebohren!
Hir leß ich / was vorlängst Gott seinem Volck geschworen
Hir sind Gesetz und Recht’ hir wird die grosse Welt
Beschriben / ja was mehr; gebildet vorgestelt /
Hir ist die Zeit / die sich von anbegin verlohren.
Hir find ich was ich wil / hir lern’ ich was ein Geist
Hir seh ich was ein Leib / und was man Tugend heist,
Schau aller Städte Weiß’ und wie sie stehn und fallen.
Hir blüht Natur und Kunst / und was man seltzam nänt
Doch als ich disen Mann / der alhir lebt erkänt /
Fandt ich durch alles ihn / und weit gezihrt vor allen.
Andreas Gryphius, In Bibliothecam Nobiliß. Amplißimique Viri GEORGII SCHONBORNERI, De & in Schönborn & Zissendorff. S. Caes. Mai. Consiliar. Comitis Palatini, Fisci per Silesiam & Lusatiam Praefecti.1643, via Projekt Gutenberg
Der Hungernde
(M52)
Das ist ja das Merkmal jenes “Bruches”, von dem Jedermann als von dem Urleiden der modernen Cultur zu reden pflegt, dass der theoretische Mensch vor seinen Consequenzen erschrickt und unbefriedigt es nicht mehr wagt sich dem furchtbaren Eisstrome des Daseins anzuvertrauen: ängstlich läuft er am Ufer auf und ab. Er will nichts mehr ganz haben, ganz auch mit aller der natürlichen Grausamkeit der Dinge. Soweit hat ihn das optimistische Betrachten verzärtelt. Dazu fühlt er, wie eine Cultur, die auf dem Princip der Wissenschaft aufgebaut ist, zu Grunde gehen muss, wenn sie anfängt, unlogisch zu werden d.h. vor ihren Consequenzen zurück zu fliehen. Unsere Kunst offenbart diese allgemeine Noth: umsonst dass man sich an alle grossen productiven Perioden und Naturen imitatorisch anlehnt, umsonst dass man die ganze “Weltlitteratur” zum Troste des modernen Menschen um ihn versammelt und ihn mitten unter die Kunststile und Künstler aller Zeiten hinstellt, damit er ihnen, wie Adam den Thieren, einen Namen gebe: er bleibt doch der ewig Hungernde, der “Kritiker” ohne Lust und Kraft, der alexandrinische Mensch, der im Grunde Bibliothekar und Corrector ist und an Bücherstaub und Druckfehlern elend erblindet.
Aus: Friedrich Wilhelm Nietzsche, Die Geburt der Tragödie, Kap.18
Zwischenräume
(M51)
aus: Michel Foucault, Nachwort zu: Flaubert, Die Versuchung des heiligen Antonius. Frankfurt, 1966.

