transkriptionen

Montag, 02. November 2009

Logos (ist022)

I Zit. Aus Robinson, Geschichte der Schrift: Über das Alphabet als Währungssystem. Einer Herstellungsmöglichkeit eines Tauschwerts aller Dinge. // Im Grunde ist es aber eine paradoxe [Situation / Simulation]. In Naomi Kleins “No logo” wurde erst durch die Dominanz der Logokonzentration in den Innenstädten der Welt, als Chiffre für eine omnipräsente Globalisierung und Uniformierung, einer Verdrängung – in diesem Sinne – alphabetischer Benennungen von Häusern und Räumen, in denen bestimmte Dinge angeboten [werden], ausgewiesen. II Wie passen diese zwei Denkweisen kapitalistischer Bildfindungsprozesse zusammen? (Das Buch erschien 2001 und war mir auf den ersten Blick ein[leuchtend]. So ein[leuchtend], dass der daraus hervorgegangene Blick noch immer so, noch [bestätigter] die Häuserzeilen entlangschweift, in den Städten, die ich besuche. (Diese Art von Stadtlektüre). Auch in Bern, das sich äusserlich und in einer bestimmten Steinart wie aus einem Guss präsentiert, wirken nicht mehr die Markenanbieter und ihre Aushängeschilder, sondern die daran [klebenden] Räumlichkeiten. Monumente, wie Girlanden an einer Verpackung. Die Analyse war richtig und wird immer konkreter. Den Leuten ist es egal. Der Text der Städte wird überlesen ... // Bei der Gestaltung des etk-logos, bspw., wurde anders verfahren. Wurde eine Mischform, eine gemischte Schrift geschaffen. Bildlich, symbolisch, die Schrift, die aus dem Rahmen (Bildschirm ...) gleitet - . Die Schrift, die Schrift ist und wieder (grenzenlos) Schrift wird, so u.a. eine Überlegung III Typisch ist die Ansicht eines europäischen Experten ihren Tausch wert. In diesem Sinne alphabetische Beutungen. Wie Rassen zu säumen, die Kaiser teilten klug. Die Schrift, die Schuft, SO eine Überlegung.

Montag, 26. Oktober 2009

Über das Gemüt (ist021)

I Zit. Aus Tschudin, Kleine illustrierte Schriftgeschichte: Über die Anpassung von Handschriftlichkeit an historisch vorgängige Schönheitsideale.// Über das Schreiben im Beinahe noch Rausch. Über das Schreiben mit Kater. Man sieht es der Schrift an. Kann beinahe ihren Gehalt buchstabieren. II ([Kohärente] Abweichung. Ein Anderer hat geschrieben. Aber wer?). Das Schreiben (das Denken) schmerzt im Moment seines Stattfindens, in dem ein klarer Gedanke kaum zu fassen. Und doch sind mir die liebsten (es sind nur wenige solcher Texte) in diesem Zustand entstanden. Sie sind von einer [hier] abweichenden inhaltlichen Unklarheit, sprachlichen Klarheit dagegen, so zumindest in meiner Erinnerung. (Vielleicht erinnere ich aber auch nur die Begebenheit dieses Schreibens). Ich habe noch einen kleinen Ordner mit solcherlei Handschriften, oder Alltagsschriften, wie es heisst. Dabei handelt es sich doch inhaltlich [um] Schönschriften – wie unklar auch die Begriffe sind, wenn sie in ästhetischen Zusammenhang gebracht werden. Ich finde diesen Ordner wieder. Ich entdecke dort Briefe und Entwürfe zu Texten, die niemals [Gattung] und Vollendung gefunden haben, und solche, die nur noch in ihrem Schriftbild (Schönschrift? Alltagsschrift?) eine inhaltliche Anlage vermitteln. Ich entdecke dort beispielsweise eine Seite mit dem Titel “F1” // III einseitiger Text mit dem Titel “F1” und daneben “Freitag” ... nicht transkribiert, kein OCR // IV Diebe der kursiven Alltags bescheiden, übt Kerbzug in grossen Mengen berge, hellte, ungemein beguetigt, ergeben keine schnellen Schreiben in Nordwolle, der auch die momentane String vererben. persönliches Merkmal ist die Hadschi, aber auch der Geist. Das Denken schuerzt, dem klarer Gedenke kaum zu fassen. Dabei bellt es doch, solche, die eine inhaltliche Alge windeln.

Montag, 19. Oktober 2009

Temp(e)s(t) (ist020)

I Zit. Aus: Handbook of the International Phonetic Association: Ausschnitt aus einer in IPA-Schrift transkribierten Passage einer Erzählung. // Über Wechselwetter. Kälte. Hitze. [Ruhe]. Sturm. Ein Regenguss. Bei dieser Witterung muss meine Mutter aus dem Haus gegangen sein. Die Suchmannschaften konnten sie wegen des Hochwassers (Der Kocher, die Brücke, Campingplätze, die Comburg. Tullau. Steinbach, das Anlagencafé, durch die Altstadt, vorbei am Frisörgeschäft meines Onkels, die Ritterbrücke, weiter hinunter in Richtung Kläranlage und Staudamm, weiter in Richtung eines Vorstädtchens (via Diak, dessen Name ich nicht erinnere, das also der Lauf der Dinge (des Flüsschens “Kocher"), der Dinge, die der leblose Körper gesehen haben könnte) nicht finden. An einem Damm. Besagter Staudamm. II Ein halbes Jahr davor, ungefähr, oder [waren es] 4 oder 5 Monate? Kein Hochsommer, sondern ein heisser Herbst, sassen wir leichtbekleidet auf den Frontsitzen des Autos: Der Fahrlehrer und ich. Auf der Rückbank – konnte ich über den Spiegel erkennen - : der Prüfer, macht Notizen. (Am Rande: die Fahrprüfung wurde nicht bestanden. Es war an einem 7. Oktober – meinem 18. Geburtstag. Bei der Aufforderung “Die nächste Möglichkeit rechts” fuhr ich in eine Strasse mit Verbotsschild.) // Der Nordwind blies mit aller Macht, aber je mehr er blies, desto [fester] hüllte sich der Wanderer in seinen Mantel ein. Endlich gab der Nordwind den Kampf auf. Nun erwärmte die Sonne mit ihren freundlichen Strahlen, und schon nach wenigen Augenblicken zog der Wanderer seinen Mantel aus. Da musste der Nordwind zugeben, dass die Sonne von ihnen beiden die Stärkere war. III vorbei am Tiergeschäft meines Onkels, die Ritterbuche, weiter einen Elevator karger Stadium. Der Fehler. Am Rade: wurde nicht beladen. Beils Auftürme mit aller Nacht, mit ihren friedlich Strahlen. Den musste der Nordwind zügeln.

Montag, 12. Oktober 2009

Ligatur (ist019)

I Zit. Aus Deutsche Inschriften, Terminologie zur Schriftbeschreibung: Über Buchstabenverschmelzungen und Platzsparmassnahmen. (Mit Abb. typischer Ligaturen). // II Die Mittelstrecken. Die WGL (Wettkampfgemeinschaft Leichtathletik. Die Qual der Mittelstrecke, obwohl die Resultate nicht übel. Es blieb bei der Qual. Im 11 bis 13 Jahr. Einzelkämpferdasein – Freundschaften überschaubar. Wer hat mich da eigentlich [reingesteckt] in diesen Sportverein? Die Eltern? Und wenn ja, wozu? Aus diesem Kreis bin ich endgültig ausgestiegen, als ich die Hürden nicht [schaffte]. Als es mit den Hürden anfing. Die Hürden gehören dazu, sagte ma[n]. Ich habe selbst die Niedrigsten nicht übersprungen: angestossen. Umgerissen. Blaue Flecken und andere Verletzungen. Der Sport. (Was sonst noch kann zu Zeiten der Sportlichkeit, die sich jetzt [ineinanderziehen], [legieren], verdrängt und verdichtet werden. Abgehakt: Der Basketball. In einem anderen Verein “geschnuppert” bis zum Bruch des Mittelfingers (linke Hand). Auch dort wenig Freu[n]de und Kameradschaft. Dafür eine neugebaute Sporthalle mit quietschendem, grünem Kunststoffboden. Dusch[szenen]. Um die 14? Überall junge Riesen. Auch hier zu klein, also – ordentlich Körbe zu werfen, aber als schneller Läufer und Dribbler nicht ganz aufzugeben. Das Training im anderen Stadtteil jenseits des Grabens. Kreuzäckersiedlung. Erreichbar durch eine Busfahrt von 30 Minuten. Manchmal habe ich den letzten Bus verpasst. (Im Winter war es immer dunkel am Ende der Stunde[n]. Auch im Herbst. Auch im Frühling. III Wenn mich nicht die Mutter mit dem Auto abgeholt hatte, musste ich auch noch erschöpft nach Hause laufen. Hinunter in die Stadt. Hinauf auf den anderen Hügel. Diese Episode ging mindestens 1 jahr. – Bis zu besagtem gebrochenem Finger. Danach (nach dessen Heilung) hatte ich den Ausstieg geschafft und nahm nicht mehr daran teil. Nur noch Schulsport und Hartplatzgekicke, für eine Weile. Dann bin ich einem Tischtennisclub in meinem Heimat[viertel] beigetreten. Ein Klassenkamerad hatte da ebenfalls angefangen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte ... // kursiv -> currere -> laufen, rennen / Kursive Gründe: Die Verschmelzung: Zeitfaktor, Schnelligkeit des Schreibens / Das Platzsparen: Raumfaktor, pragmatisch / Gibt es kursive Ereignisse ? IV einer der Buchstaben in der Regel seine tön versiert. man gurkte lediglich drei, fand verfestigt Leben, sodass Sioe gemeinsam bebe. übe Gestelle. nicht überl. blieb der Einzelkegler darein. Abgelenkt: dort wein, öde teil höbe. kreuzender siede In Wien. ging biedere Waden teil in Wetze. Aber das ist eine ganz andere Gedicht..

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