fotosynthesen

Fotosynthesen von Elisabeth Wandeler-Deck

Dienstag, 20. April 2010

Architextur: Aufblitzen des Erzählens

Günter Eichberger porträtiert Elisabeth Wandeler-Deck und Da liegt noch ihr Schal

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Ein Nicht-Ort ist Sihlbrugg, allerdings nicht im Sinne einer positiven Utopie. An der „Durchfahrlandschaft“ baut sie gleichsam weiter, nicht mit Baumaterialien, sondern mit dem Material der Sprache. „Hänge weitere Architekturen hinein mit ihren Personenfiguren – es entstehen Architexturen. Es blitzt Erzählen auf.“ So nimmt Gestalt an, was gar nicht da ist, wenn auch „nur“ als Text.
Ist das Motel im Buch „Da liegt noch ihr Schal“ nun ein reales – eben jener nach amerikanischem Vorbild in die Schweizer Landschaft „gepflanzte Fremdkörper“ – oder eine Art „Memory Motel“, das aus Erinnerungen zusammengesetzt ist und im nächsten Moment des Vergessens in sich zusammenstürzt, wie in der Nummer der Rolling Stones und einem Theaterstück von Wolfgang Bauer? Wandeler-Deck zitiert dazu aus Peter Eisenmans „Aura und Exzess“: „Fiktion wird zur Simulation, wenn sie ihren fiktionalen Zustand nicht als solchen erkennt, sondern versucht, einen Zustand der Wirklichkeit, der Wahrheit oder der Nicht-Fiktion zu simulieren.“
Die Türen, die nach draußen führen – Pforten der Wahrnehmung – , machen das Motel erst aus. Von innen können wir das Gebäude nicht sehen, wir müssen uns ins Freie, „ins Offene“ begeben.
Und wie liest sich das?
„Oh rufen wir, dem Text die Haut abziehen! Dem Gebäude die Haut abschälen!“ (Laut Roland Barthes ist die Sprache eine Haut: „Ich reibe meine Sprache gegen die andere. Sie ist, als ob ich Wörter anstelle der Finger hätte oder Finger an der Spitze meiner Wörter.“ Und aus dieser Reibung entsteht die Lust am Text.)
(...)

Mehr: http://www.gat.st/pages/de/nachrichten/4255.htm

text #5383 (etk) ∈ etkbooksfotosynthesen
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Mittwoch, 17. Juni 2009

Buchvernissage “Da liegt noch ihr Schal”

Buchvernissage und Konzert

“Der Ort, die Strecke, der Kreisel, der erste Kreisel, der zweite Kreisel, die Brücke, die Station, der Fluss, die Anlage, die Strasse, der Hang, das Tal, der Berg, die Anhöhe, die Talstrasse, die Ortsstrasse, die Fernstrasse, die Lehnenstrasse, die Hangstrasse, der Strip, die Schwelle, der Sims, the sill.”

Elisabeth Wandeler-Deck
Da liegt noch ihr Schal

Margrit Schenker, Akkordeon
Valentin Vecellio, Klarinetten
KRAK

Freitag, 19. Juni, 20:00, Bar ab 19:30
Museum Baviera, Zwinglistrasse 10, 8004 Zürich

http://www.wandelerdeck.ch/
http://fotosynthesen.etkbooks.com/

text #5098 (hab) ∈ etkbooksfotosynthesen
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Donnerstag, 30. April 2009

Immer dieselbe Strasse …

Immer dieselbe Strasse, wo auch immer. Ach so. Kein Bier mehr, nein, einen kleinen Espresso vielleicht ja doch bitte. Das Projekt “Malewitschs Tektonik” war eine Planungsaufgabe im vierten Studienjahr. Das liegt ja nun schon sehr lange zurück. Ende der 1950er Jahre? Etwas später? Sie weiss nicht mehr so genau. Der Plan war – gemäss der Idee des Suprematismus, einer künstlerischen Bewegung, die von Malewitsch angeführt wurde –, aus einer Art Verkehrsskulptur in einer gegebenen Landschaft, mit einem gegebenen Programm von Funktionen und einer gegebenen Grössenordnung Architektur zu schaffen. Ausgehend von der suprematischen Idee begannen wir, Fragmentierungen im Strassenverlauf zu betrachten und daraus eine neue Art von Plan zu entwickeln bis hin zu, ach, da lachten wir schon wieder, Fliessräumen. Die kleine Bar abends ist der Frühstücksraum morgens abends ist der Frühstücksraum gerade das Richtige nach langer Fahrt. So die erschöpfte Verkehrsplanerin (Name). (18/18. Aus DlniS, Kap.6)

text #4981 (ewd) ∈ fotosynthesen
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Freitag, 24. April 2009

Es ist ein heisser Tag …

Es ist ein heisser Tag. Zeit für Erfrischung. Ein intelligentes Mikrosystem setzt sich auf meine ("unsre"?) Armschnalle und gibt das entsprechend sinnvolle Signal. Zeit für die Zuführung eines ganz bestimmten Produkts, auf der Basis von Salicorn, dem gemeinen Queller, der Meerbohne. Die Pflanze spriesst inzwischen beinahe überall, ohne weitere Eingriffe. Sie ist verwandt mit den Katzenhalmen und gedeiht in Zucht am Rand der weit herum angelegten Salinen. Die Wurzeln gehen ins Neuwasser (früher “Meereswasser") und in die Tonlagen, die über mächtigen Kiesschichten den undurchlässigen Grund der Salinenbecken bilden. (17/18. Aus DlniS, Kap.6)

text #4978 (ewd) ∈ fotosynthesen
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