fotosynthesen
Fotosynthesen von Elisabeth Wandeler-Deck
Ein Punto-Rot, ein Ferrarirot annähernd …
Ein Punto-Rot, ein Ferrarirot annähernd, würde man heute sagen, der Fussgeher, im leeren, gelb Gerandeten, ein stärkeres Rot, unter jeansfarbiger Gabardine, Indigo, hervorleuchtet, blitzendes Unterkleid eines Mannes, signalrot, das geht sich aus, vom Bildrand angeschnitten. Es ist das Wetter, vor dem Gewitter, aus dem Nordosten, von Süden her weisse Helle, nämlich im Restlicht die weissen Partien. Blick aus dem Wagen, durch die Frontscheibe auf die Löwen im Käfig, zweimal differierend schräghin aufgeschobenes Diagonal. Das Interferierende des umher Hügligen. Die Platanen, zugerichtet zu Schattenzwecken. (2/18. Aus DlniS, Kap.1)
Ein massiger Mann sitzt eingenickt …
Ein massiger Mann sitzt eingenickt am Küchentisch, auf dem ausser Aschenbecher und einem Brillenetui einige beinah leergetrunkene Gläser auf mehrere Abwesende oder auf ein schon zurückliegendes ausgiebiges Trinken hinweisen. Abgewandt und ihm den Rücken zukehrend eine in ihrer anderen Massigkeit entschlossenen Bitterkeit eine Frau in beinah festlicher Kleidung blickt zur Tür, also gegen die Kamera. Links eine Küchenkombination, rechts ein Regal. Vier oder fünf stilmöbelartige Stühle. Ein Fenster durchbricht die Rückwand, beide Flügel nicht aber die obere quere Lüftungsklappe stehen offen. Ein voller Plastikbeutel mit dem Schriftzug Waro auf gelbem Grund, über einen in der Leibung angebrachten Nagel befestigt, hängt ins Licht des Fensters. Draussen ist Nacht wie drinnen. Das beinah gleissende Küchen- oder Scheinwerferlicht nimmt den helleren Farben ihre Kraft, während die dunkleren Leuchtkraft gewinnen, das Krapprot der Bluse, das Grauschwarz der Gilets, das Schwarz des Regals. Der Mann und die Frau halten sich fest an Dingen wie Stuhl, Glas, Lichtstärke, Tisch. (1/18. Aus DlniS, Kap.1)

