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gespaltenheiten

Freitag, 12. Februar 2010

Stichwort Xenophobiekritik

Da es offensichtlich seitens der Online-Redaktion von “Der Bund” nicht opportun war, meinen kleinen Hinweiskommentar zu diesem Artikel freizuschalten, möchte ich das hier nachholen:

selbiger autor und “wissenschaftler” marc helbling hat übrigens im bund gestern einen artikel (der leider nicht online ist, warum wohl?) verfasst, in dem xenophobiekritiker als “Gutmenschen” (O-Ton) abgetan werden. die wahl dieser expliziten kampfvokabel rechter parteien und gruppen wirft doch einige fragen nach der objektivität auf ...

text #5317 (hab) ∈ conditio helvetica
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Montag, 01. Februar 2010

Ein Leserbrief

Sehr geehrte Damen und Herren

Der Inhalt dieses Artikels hat mein Unbehagen bezüglich der zunehmenden Ausländerfeindlichkeit in der Schweiz leider bestätigt und sogar noch verstärkt. Bedenklich, dass ein so reiches Land mit so viel Wohlstand sich dermassen abschotten und zusätzlich gegen andere Nationalitäten - im Moment wieder die Deutschen - aufhetzen muss. Und sehr bedenklich finde ich, dass die NZZ da mitmacht und ihre Aufgabe als eine der wenigen intellektuellen und aufklärerischen Zeitungen in diesem Land nicht wahrnimmt und hier einmal Klartext spricht bzw. schreibt, sondern gerade auch bezüglich der Inserate eine beschämende Strategie verfolgt.
Hätten wir unser NZZ-Abonnement nicht schon erneuert gehabt, hätten wir es gekündigt. Ich bitte Sie um eine Stellungnahme zu Ihrer Inseratestrategie und Positionsbezug bezüglich dieser SVP-Kampagne.

Mit freundlichem Gruss
H. M., Bern

text #5305 (hab) ∈ conditio helvetica
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Donnerstag, 14. Januar 2010

Schöftland: Der Schein trügt

Es bleibt offen, wen oder was dieses Publikum da taxiert, beobachtet, ablichtet, im Hintergrund Zitate einer malerischen Altstadt. Geschichte. Auf dem Bild von Floh von Grünigen, Sänger und Musiker der Berner Gruppe Schöftland, ist dieses Hauptakteur und damit werkgewordene Rezeptions- und Systemtheorie schlechthin.

Musikalisch, kann man sagen, liedtextlich nehmen Schöftland ebensolche Konstruktionen auf und spielen sie an und durch, wie etwa in “Der Schein trügt”, das auch Titelpate für das jüngste Release wurde.

(..)
doch der schein trügt
und der freund lügt
und trotzdem
und trotzdem
wollen alle auf die bühne

Das Kunstwerk (die Band, die Musik, das Ereignis, der Rahmen) formiert also ein Gegenüber und erhebt dieses selbst zum Sujet. Das zu erinnernde, festzuhaltende Ereignis ist sein Stattfinden und Dabeisein. Die Bühne wird, aus dieser Perspektive, so zur Scheinbühne, erlogen, und ihr Gegenpart, die Gegenbühne, auf die alle wollen, ist wahr und reell.
Doch auch so trügt der Schein, denn der Ansatz setzt für den Betrachter dieser Situation eine Dialektik in Gang, die in Blickwechseln auf die Bühnen, die Frage nach eigener Bühnenhaftigkeit und Inszenierung stellt.
Objektivierung könnte man diesen Vorgang nennen, und die Frage, ob man nun auf diese Bühnen wollte, wird prekär und zum Thema von Identität ... Zu solchen Überlegungen laden Schöftlandlieder ein.

“Element of Blumfeld” wurden sie in Foren und bei Twitter genannt, und sicherlich nicht zu unrecht. Tatsächlich müsste man noch Namen wie Fink und Kante hinzuaddieren, alles Bands, die sich gewissermassen in Beobachtungen 2. Ordnung ausgewiesen haben, um das Koordinatensystem zu vervollständigen.

Kaum zu glauben, dass dieses Projekt ein Bernerisches ist. Auf den Tracks sind solche Spuren musikalisch verwischt. Auf der Bühne jedoch kommen sie wieder klar zum Tragen. Die Publikumsadresse, live und in Mundart, gibt der Musik wieder einen konkreten Ort, und verleiht ihr eher Authentizität, als dass sie genommen wird.

In jedem Fall hörens-, sehens-, empfehlenswert:

http://www.schoeftland.com/
http://www.myspace.com/schoeftland
http://www.chop.ch/

text #5289 (hab) ∈ conditio helveticabernensia
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Donnerstag, 07. Januar 2010

Annette Schmucki: Hagel und Haut (Urs Graf)

“Der dritte Film ‘Ins Unbekannte der Musik’: Die Komponistin Annette Schmucki lässt den Filmautor Urs Graf über zwei Jahre hinweg an ihrem Leben und ihrem musikalischen Schaffen teilhaben – lässt ihn miterleben, wie ein Musikstück entsteht, von den allerersten Ahnungen bis zur Uraufführung. Nach vier Monaten des Arbeitens sagt sie: ‘Ich wüsste jetzt genau wie weiter, wie man halt so ein Stück zu machen pflegt, aber ich will das nicht; mir ist wichtig, jederzeit meine Wachheit zu bewahren, sodass immer die Chance besteht, dass mir etwas unerwartetes begegnet, etwas das hinaus geht über das, was ich mir vorstellen, was ich denken kann.’ Und später, als das Stück Form anzunehmen beginnt, sagt sie: ‘Ich wünsche mir für die Aufführung in Zürich, dass diejenigen, die dann beim Zuhören etwas befremdet, etwas irritiert sind, sich ob ihres Staunens, ob ihres eigenen Erstauntseins freuen können.’ blablabor.ch

Urs Graf: »Annette Schmucki: Hagel und Haut« (2010)
Landhaus 25. Januar, 12h00 / Canva Blue, 27. Januar, 17h00
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text #5283 (hab) ∈ conditio helvetica
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