Donnerstag, 22. März 2012

Alles Verdrängte kehre wieder.

Pornographie: Inszenierung einer Geisteshaltung mittels diverser Körper in Bewegung. Systematische Choreographie, rituelles Spektakel des Einförmigen, Vorhersehbaren: es zeigt ständig orgiastisch Zuckendes, Erstarrtes, repetitiv animiert.

Pornographie und “Joghurt mild”. – Zwei Momente, zwei Versprechungen der zeitgenössischen Sinnlichkeit. Die eine: immer verfügbare, immer absolute Lust, d. h. vollkommene Freudlosigkeit. Die andere: eine Wahrnehmungszauberei, nur mehr die Illusion, der Aberglaube an Konsistenz, Farbe, Geruch, Geschmack, d.h. eine Sinnlichkeit ohne Reize.

Alles Verdrängte kehre wieder. Als Phrase aber meist, als Euphemismus.

Erkennen gipfele in einem Urteil. Und fällt mit ihm zurück in den Spalt, aus dem es kroch.

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