taberna kritika

mat zu dm V

Briefe von und an Peter Hille

nicht datiert oder unsichere Zuordnung

Detlev von Liliencron an Peter Hille

(Anfang fehlt.)

Nur eins gleich hier: Sie müssen, lieber Freund, nicht verzagen, wenn Sie Abschläge erhalten haben. Denken Sie an das deutsche Millionenleserpack (– Fürst und Eckensteher, ganz Wurst

Unsere biederen Landsleute lesen nicht gerne originale Gedanken, nicht gern: ihnen neu ins

blöde Hirn Fallendes. Und somit prophezeie ich Ihnen: Sie kommen durch!! ! Aber nach schwerem Ringen. Also Kampf! Geben Sie nicht klein bei – Dies möchte ich auch hier noch mir ergebenst gestatten zu bemerken: Ihre Prosasachen können noch die Feile haben. Es sind noch manche Schreibfehler stehengeblieben.

Haben Sie herzlichen Dank für Ihren langen, interessanter Daten vollen Brief.

Ich werde diesen Frühling oder Sommer definitiv nach Berlin übersiedeln, da ich hier auch nicht einen Menschen habe, mit dem ich mich in literarischen Dingen aussprechen könnte. Ich hoffe, daß wir dort uns treffen. Ich habe auch noch mit Regulierung von – 50.000 Mark Schulden zu tun – aus früheren Zeiten –), die mich fast täglich in die Mündung meines Revolvers schauen lassen. Das ist ja so sehr günstig für einen Dichter. Aber wir sind ja deutsche Dichter. Und deshalb erst perumptorisches Verlangen unserer Landsleute:

Hunger die Bestie, Wahnsinn erst – denn weshalb ist das Vieh „Dichter“ geworden und nicht Käsehändler.

Was Sie über Pantenius schreiben, unterschreibe ich unter Trommelschall. Es ist nur ein herzloser Patron. –

Ich werde nun also auch den Rest Ihrer M.S. warten und zugleich, ob ich es an 0. und Gr. weiterschicken soll, oder an Sie zurück. Ich bin sehr glücklich, daß Sie in Pyrmont einen netten Hauswirt haben. Bravo! Geben Sie dem Mann von mir einen herzlichen Händedruck.

Aus Ihrer (– brieflichen –) allerliebsten Schilderung Ihres Restaurations-Besuches auf dem Berge werden Ihre: Die Kinder entstanden sein. Ich bin gespannt auf die Ausführung. Die Skizze läßt Herrliches erwarten! Ihre Vorliebe für Dranmor teile ich mit ganzer Seele. Wer kennt ihn? Nur wenige.

Ja: „das Einvernehmen“. Der Titel schon ist gut. Aber der Titel ist zu weit ab von der Landstraße, und – siehe unsere braven Landsleute. Ich habe insofern Bedenken gegen diese geplante Zeitschrift, weil ich glaube, daß die erwähnten Fächer ja alle schon in Einzelbearbeitungen (– Journalen p.p. –) in unendlichen Massen auf den Markt kommen. Ich finde sonst Ihre Idee ausgezeichnet.

Hoffentlich haben wir noch Gelegenheit, uns mündlich zu sprechen, und shake hands zu machen sei es, wo es sei. Ihr treuer Liliencron

aus dem rabenkalender

Vom Schicksal verschont zu werden ist weder Schande noch Ruhm, aber es ist ein Menetekel.

Kriege und Okkupationen können überstanden werden. Ihr Land, und nicht zuletzt Sie, lieber Havel, haben es bewiesen, während wir Schweizer mit einem Widerstand, der nicht geprüft wurde, nichts bewiesen haben und beweisen.

Friedrich Dürrenmatt zu Vaclav Havel

batberger 2

am freitag vorgenommen (a.g.a.) dieses wochenende (u.a.) der findung einer griffigen, adäquaten beschreibungsform batbergerscher prosa zu widmen, der beinahe fesselnden, ausgehend von einem “konsequent auf gleicher höhe schräg” bzw. “beklemmend lustig”, auge (1983) aus dem magazin hervorgekramt, der erstling (wenn richtig recherchiert wurde), und dann der einfall (auf s. 23): vielleicht ein “minimaler kasack” (stadt hinter dem strom), wg. des (an dieser stelle) vermuteten, parabelhaften über(unter?)baus, dann aber doch wieder gestrichen, sprachewegen, des fehlens des bewusst eindimensionalen und kastrierten wegen, des 10 grad kälteren wegen. dann folgerichtig: ein kalter kasack – aber das hiesse: verantwortung abschieben. und: bei diesem begriff die plötzliche sehnsucht nach mittelscharfem senf und einem trockenen weissen. nicht besonders weit, aber so weit bis jetzt.