taberna kritika

Aber die Bäume

(In Memoriam Salvatore Quasimodo)

Aber die Bäume,

die Bäume haben’s mir angetan:

wenn im August

ihr bereits gesättigtes Grün

den Sommer sprengt

und die Wälder

nordwärts wandern wollen

Die Welt

hat es mir angetan

daß ich mich so matt fühle

so matt und so elend

mit mein Luftwurzeln

so dicht über der Erde

und so elend haltlos

wenn der Abend kommt

Trauer

Ein Sperling wie er im Flug

sein Stück Himmel ins Dasein nimmt

Die kalte Asche im Urnenkrug

Ein Stück Glut das im Feuer verklimmt

Trauer ist ungenau:

Liegt so als Rest

In Nachthimmels Blau

Wie Eisvogels Nest

Trauer die in dir schläft

während du wachst

Und die du nährst

während du lachst

Hiersein

Hierzusein und ohne hadern

Selbstbeschwert und mit den Andern

Richtungslos dahinzuwandern

Indes in Kieseln sich die Adern

der Jahrtausende mäandern

Hierzusein – das heißt bestehen

Selbstbewußt und ohne zagen

Fassungslos das Leben tragen

Und nicht auf sein Ende sehen

das sich nähert mit den Tagen

Hierzusein wie all die Andern

Unbelehrt und auch nicht weise

Deutungslos und ziemlich leise

Gehst du auf in deinem Wandern

Und ergibst dich dieser Reise