taberna kritika

Literaturliste Dranmor

PrimLit

Dranmor’s Gesammelte Dichtungen. Vierte, durchgesehene und vermehrte Auflage. Frauenfeld, J.Huber, 1900.

Ferdinand Schmid: Rückblicke auf verunglückte Colonisationsversuche in Brasilien. Rio de Janeiro, 1881

Ferdinand Schmid: Über Handel und Wandel in Brasilien. Journalistische Skizzen. Rio de Janeiro, 1883

SekLit

Dewulf, Jeroen: Dranmor, der erste Kosmopolit der Schweizer Literatur. In: Orte. Schweizer Literaturzeitschrift. Nr.144/2006. S.53-57.

Feistele, Max. – Die Lyrik Ludw. Ferd. Schmids [Dranmor“> / Liz.-Arbeit Univ. Basel, 1969 – (diese Arbeit ist signifikanterweise verschollen)

Frey, Adolf: Schweizer Dichter.  S.143-149. Leipzig : Quelle & Meyer , 1914.

Greyerz, Otto von: Einleitung zu den ausgewählten Gedichten Dranmors. IN: Die Schweiz im deutschen Geistesleben, Bd. 28, Leipzig, 1924

Günther, Werner: Dichter der neueren Schweiz Vol.1. S.67-85. Bern, 1963-1986.

Neumann, Gerson Roberto. – “Brasilien ist nicht weit von hier!” : die Thematik der deutschen Auswanderung nach Brasilien in der deutschen Literatur im 19. Jahrhundert (1800-1871) / Gerson Robert Neumann. – Frankfurt am Main : Peter Lang, 2005

Pester Lloyd 22. Jg, Nr. 69, 24. März 1875, Beilage: Dranmor (nicht zugriffig)

Saitschick, Robert: Meister der Schweizerischen Dichtung des neunzehnten Jahrhunderts. Jeremias Gotthelf, Gottfried Keller u.a. IV, 428 S. Frauenfeld, 1894

Schaffroth, JG: Der Dichter Dranmor. In: Alpenrosen. Ein schweizerisches Sonntagsblatt. Jg. 15, Nr. 3-6. 1885. S. 20, 27, 35, 43

Stern, Martin: Ludwig Ferdinand Schmid (Dranmor): Ein Schweizer Schicksalsgenosse Karl Postls und Nikolaus Lenaus; Festschrift fur Prof. Dr. Nikolaus Britz zum sechzigsten Geburtstag am 7. Nov. 1979. IN: Gladt,-Karl. Lenau-Almanach 1979. Vienna : Braumuller, 1979.

Vetter, Ferdinand: Ferdinand Schmid (Dranmor). Eine litterarische Studie. Bern 1897.

Nachträge und Ergänzungen gibt es u.a. hier

Paare am Morgen VII

Was sein kann, ist. Doch es sind nicht die Wörter, die wurden verbogen – entstellt und wieder gerichtet. Und nur noch schätzbar: die Orte und Zeitpunkte, an denen sie vor ihrer Entstellung geäussert wurden und die aus Sicht der Beteiligten auf eine Schieflage, auf eine unterschiedliche Haltung, auf eine Missstimmung hinwiesen, mit der zu leben war. Es war die potenzielle Möglichkeit praktischer Wahrheit, die in jedem theoretischen Handeln erzählerischer Substratbildung steckte. Doch nur, wenn Wahrheit als solche akzeptiert würde.

Es sind die kleinen Persönlichkeiten, die gemeint waren. Die damit verbunden und dahinein gewickelt und gelesen wurden, und von denen gedacht wurde und die so eingeschätzt wurden, jeder müsse sie erkennen und jeder würde sich auf der Spur eines Geheimnisses ahnen. Einen Wissensvorsprung erhalten – dem Schreibenden gegenüber, den Beteiligten gegenüber. Jenen gegenüber, denn wer dies lesen würde, würde unerkannt bleiben, und dessen Lesen und Verstehen nicht steuerbar. Und eine Rechtfertigung damit unmöglich, und ein Beschluss unausweichlich, und eine Bestrafung unerlässlich.

Dranmor I,3

(Brief)

[Ich hatte ihr den Brief persönlich vorbei gebracht. Nein, verstohlen geschaut, ob auch niemand zusähe, und ihn dann in ihren Briefkasten eingeworfen. Nur ihr Vorname stand darauf – ein Geständnis darin. Am Mittag von ihr besucht worden, des Briefes wegen, wie angenommen wurde. Stattdessen eine Fragestunde. Er hätte sie zum Frühstück eingeladen. Sie hätten Sekt getrunken. Er hätte sich ausgezogen und sich auf sein Bett gelegt. Sie sei verwirrt gewesen. Sie sei dann wütend geworden. Sie hätten sich dann gestritten – er sei immer noch nackt gewesen. Sie wüsste auch nicht, warum es sich dann so entwickelt hätte. Plötzlich hätten sie miteinander geschlafen – sie kann sich das gar nicht erklären. Es sei sehr schön gewesen. Wie ich denn darüber denke. Wie sie sich denn verhalten solle. Ob sie nun mit ihm zusammen sei, wisse sie noch nicht. Aber es wäre besser, wenn wir uns eine Weile nicht sähen. Nein, sie habe noch nicht in ihren Briefkasten geschaut – sie müsse jetzt gehen. Die Eile. Die Fahrt mit dem Fahrrad zu ihrer Wohnung, um dort vor ihr anzukommen. Um den Brief wieder herauszufingern – aus dem engen Briefkastenschlitz. Das Sichdavonstehlen, mit hochrotem Kopf und zerkratzten Händen.“>