taberna kritika

im keller 2 (halluzinieren IV)

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im keller 2 (nurtext)

ich habe dir damals gesagt, ich wollte

dir etwas zeigen, & du bist einfach

mitgekommen, ohne fragen zu stellen, hinunter

zuerst mit skeptischem blick in die tiefe

ich musste dir den weg beschreiben

deine augen haben die wände abgetastet, säulen

teilbeleuchtete räume, du warst fasziniert

dann ein greller saal

eine theke, eine bar am rande

dir zu gesellig, endlos, unübersichtlich

du musstest den saal schnell wieder verlassen

lieber noch tiefer, richtung grund, wo es enger würde

feuchte, abgesperrte bereiche

dünne luft, ein vogel hätte aufgehört zu singen, vor schwindel

ein muster an der wand hielt dich für eine sekunde gefangen

eine zufällige skulptur, ausbuchtung, spiegelung

ein kleines maschinenherz, notstromversorgung

nägel im boden stiften zukünftigen sinn

eine abraummulde – schon eingerichtet

breiter notausgang

irgendwo hier habe ich dich verloren, bei einem blick nach oben

habe ich mir kurz die sonne vorgestellt

& plötzlich warst du nicht mehr da

ich habe dich noch in den unfertigen räumen gesucht

dort wäre vielleicht dein bett gestanden, dein bücherregal

einen eigenen balkon hättest du auch gehabt

aber ich habe dich nicht mehr getroffen

du hast wohl das kleine dunkle zimmer gefunden

die lichtlosen nischen

dann das weite gesucht, den leitungen entlang

wieder hinaus an den tag

bloomsday 04

wenn sie heute noch nichts vorhaben & sich gerade in bern herumtreiben sollten …

flyer

und wenn sie wissen wollen, was das soll, klicken sie hier

nachtrag: bilddoku gibts auch schon …

exit-szenarium

der partner: und das einzige, was man jetzt noch erwarten könne, sei, daß der todesfall, der offensichtlich eingetreten sei, doch etwas ambitionierter sein möge als man selbst. daß er sich eben durchringen könne, etwas expliziter zu werden, wenn man selbst das schon nicht schaffen könne.

(Auszug)

( Kathrin Röggla, wir schlafen nicht, S.201, 2004)

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Eröffnungstag

Herr: es ist Zeit. Im Frühjahr war nichts los.

Schenk Sonne Portugiesiens Wiesen

Und Rudis Riesen auch mal einen Freistoß.

Empfiehl den Fans nicht allzu voll zu sein,

Gib Ballack brasilianischere Tage.

Pass auf die Kirsche auf – und bitte jage

Sie nicht zu oft in Ollis Kasten rein.

Wer jetzt nicht Karten hat, kriegt keine mehr.

Wer jetzt kein Bier kalt stellt, muss warmes saufen.

Wer GEZ nicht zahlt, muss Kicker kaufen

Und durch verwaiste Straßen hin und her

unruhig wandern, wenn wir Holland kaufen.

taz > (GROa)