taberna kritika

exit-szenarium

der partner: und das einzige, was man jetzt noch erwarten könne, sei, daß der todesfall, der offensichtlich eingetreten sei, doch etwas ambitionierter sein möge als man selbst. daß er sich eben durchringen könne, etwas expliziter zu werden, wenn man selbst das schon nicht schaffen könne.

(Auszug)

( Kathrin Röggla, wir schlafen nicht, S.201, 2004)

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Eröffnungstag

Herr: es ist Zeit. Im Frühjahr war nichts los.

Schenk Sonne Portugiesiens Wiesen

Und Rudis Riesen auch mal einen Freistoß.

Empfiehl den Fans nicht allzu voll zu sein,

Gib Ballack brasilianischere Tage.

Pass auf die Kirsche auf – und bitte jage

Sie nicht zu oft in Ollis Kasten rein.

Wer jetzt nicht Karten hat, kriegt keine mehr.

Wer jetzt kein Bier kalt stellt, muss warmes saufen.

Wer GEZ nicht zahlt, muss Kicker kaufen

Und durch verwaiste Straßen hin und her

unruhig wandern, wenn wir Holland kaufen.

taz > (GROa)

wir bewegen nur die lippen

ähem, selbstverständlich laden wir an dieser stelle natürlich herrn stephen james joyce und seine gattin hierzu recht herzlich ein ..

(…) 1992 soll während einer Joyce-Gedenkfeier im Londoner Stadtteil Kensington plötzlich ein Mann das Mikrofon an sich gerissen und zornig sich als Joyces Enkel vorgestellt haben. “Niemand sah sich veranlasst, mich und meine Frau heute einzuladen”, soll Stephen Joyce in die Runde geschmettert haben. “Aber ich stand gestern in Zürich am Grab meines Grossvaters und sagte ihm, dass ich käme. Er sagte: Gut, mach das.”

Stephen James Joyce, auf seinen zweiten Vornamen legt er Wert, ist eifersüchtiger Wächter der Texte seines Grossvaters. Die Rechte an Joyces Werk sollen den frühpensionierten Ökonomen, berüchtigt für horrende Lizenzforderungen, zum Sterling- Millionär gemacht haben. Selber gibt Stephen Joyce keine Auskünfte. Der alleinige Verwalter der joyceschen Urheberrechte ist nur erreichbar über eine Postfachadresse auf der Ile de Ré, einer winzigen Insel vor der französischen Atlantikküste.

Umso beachtlicher ist der Wirkungskreis des Mannes. Die irische Nationalbibliothek, den nationalen Fernsehkanal RTE und überhaupt alle und jeden hat er zu verklagen gedroht, sollte während der diesjährigen Bloomsday-Feiern öffentlich aus Joyces Werk rezitiert werden. (…)

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