@etkbooks twitterweek (20130608)

nbp: Und mit dem Wasser kamen die Medien http://bit.ly/15QRZj7 / nbp: Lieferbar: Hartmut Abendschein, Schellendiskursli / Schellenexkursli http://bit.ly/15MenKC / antreten mit einem gequetschten gif. / nbp: 054 http://bit.ly/15GUgNY / hildesheimer versus hildesheimer. / wir prosten uns zu – mit penultimatetee. / der identifikationsrezipientenprotest unter @RedWeddingTears ist beeindruckend. / leider habt ihr uns auf unseren drittletzten tweet keine antwort gegeben. gut, gibt es ein paar aufmerksame youtuber http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=78juOpTM3tE# …! / ich mach dich schlau, sagte der kleine bär. / nbp: Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 05/2013) http://bit.ly/14qPnFy / fandet ihr got_s03e09 auch so schocking? / trinken aus der inneren pet-flasche. / absolut!!! RT @guenterhack: Mann, InoReader ist so viel besser als Feedly, das schmerzt schon fast. / nbp: 41 (assange-lecture, dispositiv) http://bit.ly/15wci5g / falsche maschen in 77 taschen. / psychoskype hat sich auf die transnational horsepower eingeschossen. wir aber fahren den antibot hoch. / (this is spoken metal.) / („unreim be thy name.“) / the church of hybridology. / PLUS: –



(the church of hybridology.)

Lieferbar: Hartmut Abendschein, Schellendiskursli / Schellenexkursli

Hartmut Abendschein

Schellendiskursli / Schellenexkursli.

Eine poetische Analyse des “Schellenursli” mit einem Kommentaressay und zahlreichen Illustrationen sowie einem Nachwort von Elisabeth Wandeler-Deck

zur tagesrückzeit nacht das dorf

der mensch schläft was sich nun bewegt

ist die natur spürt spuren auf zäsuren

noch bevor es dazu menschelt fragt sich

was hat ursli was der neue glocken

mensch verloren neben unschuld para

dies ursprünglichkeit und gartenzaun der kindheit

aufgegangner mond erkenntnis zugewinnt

den adam eva kleist motor er rattert

schon das dorf liegt noch in blindheit


(Klappentext)

Das bekannte Kinderbuch „Schellenursli“ (Carigiet/Chönz, 1945) geniesst in der Schweiz Kultstatus. Dabei wird es, seit seiner Publikation, weitgehend kritikfrei als Kanoniker und Identitätstext durch die Jahrzehnte gereicht.

Zum bald 70. Geburtstag möchte sich „Schellendiskursli / Schellenexkursli“ diesem Text in experimenteller, poetischer Weise nähern und Probleme und die Vielschichtigkeit der darin versammelten, diskursiven Einlassungen im Bild und Text untersuchen. Dabei geht es nicht alleine darum, beispielsweise – aus heutiger Sicht – neoliberale Ideologeme zu markieren und zu stigmatisieren. Vielmehr durchziehen Bild und Text multiple Diskursaussagen, die breite Wissensfelder der Theologie, Psychoanalyse, Ökonomie, Philosophie, Sexualität, Literatur etc. berühren: „Schellendiskursli / Schellenexkursli“ greift diese auf und dekonstruiert sie zu einem komplexen, assoziativen Gewebe, das neue Zugänge legen soll.

Mehr: http://www.etkbooks.com/schellendiskursli

054

soldaten töten

den grossen aufstand

ihrer schwestern

das zornige schleckzeug

von dreizehn attentätern

bricht herein zur nacht

ach blauer junge

was ich zu sagen versuche ist

gutes wochenende

im urlaub in mittelost

schwitze ich anscheinend

gefühle

Salzkristalle & Trüffelpilze (Auszüge, 05/2013)

Schuld und Söhne.

Oh Du meine Zeit

Wie kann ich dich fangen?

Schnell mein Rösschen, reit

Es bleibt sonst an mir hangen!

Ich möchte den Brei der Kindheit essen. Wer soll ihn kochen? Der Vater versucht es. Aber da fehlt noch viel. Ich hole die ehemalige Lehrerin zu Hilfe. Aber auch so fehlt viel zu viel. Es kommt der Junggruppenleiter. Ja, ein wenig riecht es nach damals, aber wer soll das essen, so wie es aussieht? Ich kenne einen anderen Brei. Also zeigt sich die Tante. Sie kocht gut. Aber auch mit ihren Kochkünsten wird der Brei nicht wie damals. Als fast schon letzte Möglichkeit zeigt sich die tote Großmutter. Aber ach, ihr brennt wie immer der Brei ein wenig an. Nunja, vielleicht gehört das dazu; aber es passt noch nicht. Also finde ich endlich den Pfarrer, der grad seine Kirche begutachtet; auch er schon lange nicht mehr von dieser Welt. Was also kann er ausrichten? Er kann den Chefkoch holen. Er kommt, der wahnsinnige, der tolle Mensch. Und wie sieht der Brei aus? Man muss ihn mit dem Presslufthammer zerkleinern. – Und mir reicht’s. Es geht einfach nicht. Dabei sehne ich mich so danach. Brei der Kindheit, wie hast Du geschmeckt?

Es steht ein Mann

Und singt sein Lied

Ruck zuck zack zack

Er ist nicht mehr

Ich und die Welt: Mit einer Energie aufgeladen, die nur den Schluss zulässt auf eine libidinöse Beziehung zum Hassobjekt der Fremdheit. Die Kakophonien der Ekelbeschwörungen als verkappte Liebeslieder. Oder der Versuch, das Gleichgültige auszufüllen, und sei es mit Abwehr. Das Unheimatliche als heimliche Lockung: Ich will in den Abgrund des Tabuisierten stürzen. Es werde mir (und meinen Leserinnen und Lesern) ganz anders.

So muss man sich wohl auch ›Gott‹ vorstellen: Kreiert als ein Monstrum, damit überhaupt etwas ›da‹ sei, das man und auf das man zeigen kann.

Literaturen und Litaneien demnach sehr ähnlich: Sie psalmodieren das Allerintimste, in einer ganz eigenen – phonetisch ritualisierten – Geheimsprache.

Dies fliegende Schnapp. Sie muss es greifen, herabhangeln, dann zubeißen. Das fliegende … Es kommt immer, wenn der Fleischberg dasteht. Ihm tut das alles nichts. Verheißung. Und fein.

Der Fischnickel ist aus seinem Element: Tönen seine Laute wie das Ächzen eines Sterbenden? (ICH-thyosis) Eines Wieder-Eintauchenden in den Hades?

Die Kälte kriecht in mir hoch; bis zum Mund reicht das Weiß. Nur beim Niesen fliegt der Schnee weg.

Er hatte sein Leben lang mit keiner Frau geschlafen. Aber an seiner Beerdigung war die Kirche brechend voll. Dicht an dicht hockten sie und waren untröstlich. Aus den Handtaschen kamen massenweise Schnupftüchlein hervor.

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