rltdfdok: 08 Zur Verwendung und Verfremdung: Das Yamaha-Keyboard

Ich finde ein gebrauchtes Keyboard der Marke Yamaha PSR-420 (1). Für meine Recycling-Zwecke sollte es genügen. Welcher Verwendung kann es zugeführt werden? Welche Programmierung ist vorzudefinieren?

Stichwörter:

Kleine melodische, zu loopende Einheiten

Voice-Rhythmus-Kombinationen

● Vorgegeben, numerisch (absteigend)

● Zu analogisieren / loopen / verbinden mit

○ Image-Sounds

○ Stimmen 1+2

Yamaha = Das Gerät des Sounds der 80er/90er

Synthesizer synthetisiert Kultur und Natur

Ableitung / Flektion der (vorhandenen) Klangmöglichkeiten

● Kleinere melodische (oder nicht-melodische) Einheiten, geloopt, analog Namen / Orte / Individuen

Systematisch nach Liste abzuarbeiten

DIE MELODIEN DER LISTE

Tastatur, Tasten, hoch und tief, schwarz und weiss, harmonisch-disharmonisch

Elektronisch, haptisch, Fingerarbeit, Halbtöne, ganze Töne



(Auschnitt aus Yamaha-Gebrauchsanleitung. Katalog der Stimmen/“Voices“)

——

1 Es ist nicht auszuschliessen, dass ein Wiederhören des Kraftwerk-Albums „Tour de France“ die Möglichkeiten einer Keyboard-Verwendung initiiert hat …

rltdfdok: 07 Atmos, Sounds, thematische Objekte

Reichen o.g. Zeichen aus, um ein tatsächlich spiel- oder hörbares Werk zu generieren?

Sollen noch weitere Audio-Elemente (o.a.) “von aussen” hinzugewonnen werden?

Zum Beispiel:

Freie (cc-) Tracks als Floor (dramaturgisch)

Mit Soundboard live einzuspielen

Stichwörter:

Decorum, Atmo, Echtheit, Tatsächlichkeit, Das Historische

Das Natürliche

Sound / Field Recordings (FieldRec), Archivspeicher der Natur-vs.-Kultur-Dichotomie

Natur: Kontingenz, Nicht-Schöpfung

Kultur: Prinzip der Autorschaft, Stimmkonstruktion

Floor (Synthiesound) -> FieldRec (Natur / Kultur („Synthiepop“))

Der Floor als Naturgeräusch (Unterlage) des kulturellen Films

Das diverse Zwitschern im Wald

Vielstimmigkeit, Rauschen, Störinformationen,

Das Nicht-Narrativ, lyrisch, prosaisch

rltdfdok: 06 Ausweitung der Materialkollekte zur multimedialen Komposition

Am Anfang war das Wort

Folgende Zeichen wurden gesammelt. Welche Natur haben sie? Wie kann ich sie zu einem stimmigen Ganzen arrangieren?

Stichwörter:

Wort / Schrift: Mesosticha = Fix UND bewegt (horizontal/vertikal)

Bild (fix und bewegt)

Ton (fix und bewegt)

Struktur / Bewegung sinnlicher und nichtsinnlicher Zeichen

Auf allen Ebenen: Spür- und Sichtbarmachung des Ereignisses

Medien und Kommentatoren = Speichern und Vermitteln von Ereignissen, Narrativen

Instrumente (Dispositiv) – Zuordnung:

Yamaha-Keyboard (Sound) -> Rad / Vehikel

Partitur (Texturen, Stimmen) -> Weg / Fahrplan / Karte

Visual (Film) -> Panorama

Komponieren = Zusammensetzen

rltdfdok: 05 Generierung einer weiteren, 2. Stimme

Später aka Subtext, notiert in der Subtext-Line (STL)

Der gesamte Tour-de-France-Text wird erneut bearbeitet. Dieses Mal wird eine phrasische Exzerpierung mit folgenden Anweisungen umgesetzt.

a. Herausgelöst werden Sätze ohne Personalpronomen (1. und 2. Person), Namen, Marken etc.

b. Transposition des Ergebnisses 1: Satzumstellung, Syntaxoperation (vgl. Chomskytree): SPO -> SOP od. Variante (Effekt: „Yoda“-Sprache, Zweitsprachler, Sprachlerner)

c. Konsequente Kleinschreibung

d. Transposition 2: Reduktion / Iteration (Looping) des Texts / von Textteilen

Stichwörter zum Verfahren

a)

Das ÜberIch? Das ErSieEs.

Die Sprache der 3. Person

Der Beobachtung. Des Chors.

Das Feststellen, aber nicht des Benannten.

Das namenlos Festgestellte (als wären die Namen nicht bekannt, als käme es auf diese nicht an, folglich: das Machen, das Sich-Ereignen ist hier das Wichtige):

Enthistorisierung, Haltbarmachung, Konservierung durch Nicht-Benennung

(Funktionsbeschreibung?)

b)

Satzumstellung: Transposition 1

Irritation: Bruch / Herausriss mit / aus dem Normalverständlichen

Die Beobachtung soll damit auch als Beobachtung des (von) Anderen gekennzeichnet werden.

Durch sprachliche Distanzverschiebung in syntaktischer Operation

„Yoda-Sprache“ -> Sprache der Weisheit, aber auch

Sprache des Ausländers, des Nicht-Nativespeakers, der Internationalität, des Nicht-Identischen

c)

Konsequente Kleinschreibung: Harmonisierung, Anpassung an Stimme 1

d)

Transposition 2:

Verdichtung des Textes. Bedeutungsvermehrung (Akzentuierung) durch Wiederholung und Kürzung

Loopingmöglichkeit (Iteration) analog zur Arbeit mit Keyboard, s.u.

Liedähnlichkeit, Eposähnlichkeit durch Iteration, Memorierbarkeit (des Wesentlichen): Einladung zum Einstimmen in Text, zur Begleitung, Chorbildung, Publikumsbildung

rltdfdok: 04 Weitere Textauswertung (nach Cage)

Verarbeitung der Konkreta (= Namen und Orte), vgl. Fn xxx

Statt einer Wiederholung des Cage’schen Dispositivs (= Aufstellung einer chorähnlichen Gruppe, die Namen oder Orte nach einem bestimmten Muster rezitiert) sollen diese Konkreta in einer anderen Form in dieses Projekt (ästhetisch-transfomiert) einfliessen …

Möglichkeiten der Umwandlung in multimediale Elemente:

Namen -> Images -> Sounds

Orte -> Google earth film



(Screenshot: Google-Earth-Film, der aus dem vorhandenen Geographica-Material erstellt wurde.)

Stichwörter

Visuelle und akustische Komponenten

Der Text enthält verschiedene Konkreta (Sorten), die Zeit (qua Fahrernamen) und Raum (qua Orte) festlegen …

Anzufertigen: Listen demonstrieren, dokumentieren die Koordinaten

Phonetik der Namen und Orte

Verschiebung und Bewegung

Multipersonalität, Multigeographizität, Polyvalenz

Fahrerbilder: Umzusetzen in Sounds, akustische und visuelle Reize

Ausweitung des Textkonzepts. Nicht mehr nur von „Text“, sondern von „Zeichen“ im Allgemeinen sprechen …

● Eine Komposition multimedialer Zeichen

● Eine maximal-sinnliche Konstruktion

● Ein Recycling-Produkt

● Der Arbeitstitel härtet aus : Recycling Le Tour de France

Die Tour de France (das tatsächliche Ereignis) verhält sich analog zu den Recycling-Komponenten:

Es gibt Diachrone und synchrone Zeichen: Multiplikation / Kombination (Laokoon-Disk., Lessing etc.)

Zum Google-Earth-Film: Simulation (zurückgelegter Strecke) ohne Subjekte

Technische Umsetzung (Namen -> Images -> Sounds):

Recherche der Fahrerbilder (via Google-Bildsuche), Recherche einer Software, die aus diesen Fahrerbildern bestimmte Geräusche bzw. Sounds generiert, die für eine bestimmte Zeit, nach einem bestimmten Muster eingespielt werden können …

Image2sounds: Entsubjektivierung der Subjekte

Vertonung des Individuellen (Zer(r)tonung)

Name2image: Überführung diachron. -> synchron. Zeichen

Image2sound: Synchron. Zeichen -> diachron. Nichtzeichen (Rauschen)

Image2sound: später notiert auf ISL (Image Sound Line)



(Screenshot: Anordnung der Fahrer-Sounds auf Soundboard, Software: Sound Byte)



(Screenshot: Image2Sound-Software)



(Screenshot / Collage: Google-Images aus denen Sounds generiert wurden)